Regen wird dem Spuk ein Ende setzen

Wer gestern morgen auf der Tübacherstrasse unterwegs war, dem musste ein besonderes Phänomen aufgefallen sein: In beiden Fahrtrichtungen befand sich in der Mitte der Strasse eine Spur aus weisser Farbe. Während sie an einigen Stellen nur aus wenigen Klecksen bestand, zog sie sich anderswo als kontinuierliches Band über den Asphalt. Folgte man der Spur Richtung Tübach, entdeckte man mehrere grosse Flecken aus getrockneter Farbe vor dem Cash-Point der Raiffeisenbank. Wollte der geheimnisvolle Strassenmaler auf dem Weg zur Arbeit vielleicht noch ein paar Scheine abheben?
Direkt vor dem Automaten lässt sich noch eine andere Zeichnung auf dem Asphalt ausmachen: Die ebenfalls weissen Fussabdrücke des Gemeinde-Maskottchens Tübi, das in der ganzen Gemeinde seine Spuren hinterlassen hat. War es also doch eher das scheue Phantasie-Wesen, das in der Nacht mit weisser Farbe gekleckert hatte?
Es handle sich um gewöhnliche Dispersionsfarbe, die jedermann benutzen könne, sagt ein Kenner der hiesigen «Strassenmalszene». Und er verspricht auch gleich, die gröberen Flecken beim Raiffeisen-Cash-Point selber wieder zu entfernen. Für die Entfernung der weissen Spur auf der Strasse werde die Natur selbst sorgen: Die Farbe sei wasserlöslich und werde auf kurz oder lang vom Regen weggespült werden.
Es kann also Entwarnung gegeben werden: Tübi hat seiner Gemeinde keinen Streich gespielt, und nach dem nächsten Regenguss wird der Spuk in Tübach auch schon wieder zu Ende sein. Oder jedenfalls so lange, bis der nächste fleissige Malermeister mit seiner Kunst ein bisschen übers Ziel hinausschiesst.