Projekte für zwei Generationen

Am Donnerstagabend präsentierten sie der Tübacher Bevölkerung erstmals die Ergebnisse – in Form von Projektvorschlägen.

Im Alter zentral wohnen
Zum Projekt «Wohnen im Alter» wurden Einwohner von Tübach im Alter ab 55 Jahren befragt. Anhand von Diagrammen stellten Marina Albrigo, Jasmin Egli und Esther Benz die Ergebnisse der Befragung vor. Für die Mehrheit der 147 Antwortenden sollen die 21/2- bis 3-Zimmer-Wohnungen zentral, also beispielsweise neben dem Gemeindehaus, gebaut werden. Die Wohnung soll über 50 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche und eine offene Küche verfügen. Bei den sanitären Anlagen wird die Dusche der Badewanne vorgezogen, ist ein separates WC ebenso erwünscht wie Anschluss für Waschmaschine und Tumbler. Auch Internetanschluss und Balkon oder Terrasse sollen nicht fehlen. Als wichtig gelten Lift, Cafeteria und Gemeinschaftsraum. Bei der Betreuungsform wird externe Betreuung bevorzugt, die bei Notfällen rund um die Uhr erreichbar ist. Weniger in Frage kommen für die künftigen Bewohner Alters- oder Pflegeheime.

«Bedürfnis klar vorhanden»
«Der Wunsch nach Wohnangeboten für Senioren ist klar vorhanden», hielt Gemeindepräsident Michael Götte im Anschluss an die Präsentation fest. Das weitere Vorgehen sieht nun so aus, dass sich die Jury im kommenden Monat mit den konkreten Projekten auseinandersetzen wird. Der Entscheid liegt aber letztlich bei den Bürgern.

Einwohner als Spielplatzplaner
Die Gruppe für das Projekt «Gestaltung Dorfspielplatz» mit Annik Felber, Eleonora Stadelmann und Milena Bacchi stellte die Ergebnisse ihrer Arbeit am gleichen Abend vor. Anhand eines Workshops, zu dem Tübacher Eltern mit Kindern im Alter von null bis elf Jahren eingeladen waren, wurden die Wünsche und Bedürfnisse abgeklärt. Beim Workshop konnten die Teilnehmer ihren «Traumspielplatz» entwerfen und den drei Studentinnen mitteilen, was ihnen besonders am Herzen liegt.

Für Kinder jeden Alters
Anschliessend wertete die Gruppe die Vorschläge aus und skizzierte selbst den optimalen Dorfspielplatz. Was in Tübach entstehen könnte, ist ein Dorfspielplatz, der jedes Kinderherz höher schlagen lässt. Kinder jeden Alters kommen auf ihre Kosten, was Anwesende besonders schätzten, da die meisten mehrere Kinder unterschiedlichen Alters haben. Unter dem Motto «Burg und Wasser» sollen den Kindern abwechslungsreiche, altersgerechte und pädagogisch wertvolle Spielgeräte zur Verfügung gestellt werden. Bei den Kindern soll die Lust am Spiel geweckt und den Eltern die Möglichkeit für Begegnungen mit anderen Familien geboten werden. Auch Kriterien wie Sicherheit, Sonnenschutz, Sitzmöglichkeiten, Trinkwasser oder Abgrenzung wurden berücksichtigt.

Einzig sanitäre Anlagen durften gemäss Auftrag ausser Acht gelassen werden, da der genaue Standort noch nicht bekannt ist.

Zweifel an Notwendigkeit
Mit der Skizze für einen Spielplatz scheinen die drei angehenden Sozialpädagogen ihre Arbeit hervorragend erledigt zu haben. Dennoch liessen kritische Stimmen nicht lange auf sich warten. Während die jüngere Generation mit Kindern, für die so ein Spielplatz sehr attraktiv ist, ein solches Projekt klar befürwortet, stellt die ältere Generation die Notwendigkeit eines weiteren Spielplatzes in Frage. Man wolle kein «Ravensburger Spieleland» in Tübach bauen, das auch Auswärtige anlocken könnte. Ausserdem gebe es bei den Sportanlagen Kellen Spielmöglichkeiten, oder aber man könnte den vorhandenen Spielplatz aufrüsten.

Zwischen einigen emotionalen Statements kam auch die Stimme der Vernunft zu Wort: «Dass die ältere Generation die Bedürfnisse der Jungen ebenso anerkennen sollte, wie die jüngere Generation die Notwendigkeit von Alterswohnungen gar nicht erst in Frage stellt.»