Projekt nimmt Form an

In Tübach gibt es relativ wenig Miet- und Eigentumswohnungen: Ein Problem vor allem für ältere Leute, die zwar ihr Haus, nicht aber ihre Gemeinde verlassen wollen. Heute stehen in Tübach fünf Alterswohnungen zur Verfügung. Eine Umfrage habe jedoch gezeigt, dass der Bedarf etwa dreimal so hoch sei, sagt der Tübacher Gemeindepräsident Michael Götte.

Acht bis zwölf Alterswohnungen zu bauen, lautete deshalb der Auftrag an die Genossenschaft «Wohnen im Alter Tübach», die im Juni zu diesem Zweck gegründet worden war. Der Genossenschaftsvorstand lud daraufhin sechs Architekturbüros zu einem Projektwettbewerb ein und hat nun – gemeinsam mit Michael Götte und zwei externen Experten – einen Sieger erkoren.

Drei Millionen Franken teuer
Die Vorschläge seien alle gut gewesen, erklärt der Genossenschaftspräsident Reto Antenen. Durchgesetzt habe sich das Siegerprojekt des St. Galler Büros «Clerici Müller Architekten» nicht zuletzt dank seiner Platzgestaltung. «Die Gebäude vermögen den Platz mit dem Gemeindehaus zu fassen und schaffen als Ensemble qualitativ hochwertige Aussenräume», heisst es dazu im Jurybericht.

Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf rund drei Millionen Franken veranschlagt. Wie viel die Genossenschaft für das Land der Gemeinde bezahlen muss, wird laut Michael Götte Anfang Dezember ausgehandelt. Da die Genossenschaft eine soziale Aufgabe wahrnehme, werde der Boden wohl «knapp unter dem Marktwert verkauft».

Als Gegenleistung für das Land soll die Gemeinde Genossenschaftsanteile erhalten. Die öffentliche Hand würde sich dadurch mit etwa einer halben Million Franken an der Genossenschaft beteiligen. Von Privaten wurden bisher 50 Anteilscheine im Wert von 50 000 Franken erworben. Das Ziel der Genossenschaft sei, durch den Verkauf von Anteilscheinen insgesamt 250 000 Franken einzunehmen, sagt Reto Antenen.

Fertigstellung in zwei Jahren
Der Genossenschaftspräsident ist zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Denn viele hätten zugewartet, bis sich das Projekt konkretisiere, vermutet er und gibt gleich den Idealzeitplan durch: Im späten Frühling 2009 die Einreichung des Baugesuchs, nach den Sommerferien der Baubeginn und vor Weihnachten 2010 die Fertigstellung der zwölf Alterswohnungen.

Zuerst steht allerdings noch die Ausstellung der sechs Projektstudien auf dem Programm. Heute Freitag, zwischen 8 und 20 Uhr, sowie morgen Samstag, zwischen 8 und 12 Uhr, ist die Bevölkerung eingeladen, die eingereichten Arbeiten im Mehrzweckgebäude Arche zu besichtigen.