Präsident von innen oder aussen?

Über 80 Tübacherinnen und Tübacher, darunter zahlreiche Lehrkräfte und auswärtige Behördemitglieder, verfolgten das Podiumsgespräch in der Arche. Gesprächsleiter Guido Etterlin, Schulratspräsident von Rorschach, konnte den beiden Kandidaten aus der Schatulle seines Fachwissens Fragen stellen.
Sicheres Auftreten
Dass trotz Übertragung eines bedeutenden Fussballspiels der Nati so viele zum Podiumsgespräch erschienen, beweist, dass den Tübacherinnen und Tübachern nicht gleichgültig ist, wer ab 1. Januar 2011 die höchste Chefin oder der höchste Chef der Schule in der Gemeinde sein wird. Gemeindepräsident Michael Götte mahnte, der Wahlkampf sollte zwar Kampf bedeuten, jedoch bis zum 26. September so fair wie bisher verlaufen.
Die beiden Kandidaten erweckten kaum den Eindruck, sie könnten den Wahlkampf unter der Gürtellinie bestreiten.
Beide zeichneten sich durch sicheres Auftreten aus – Lidia Bollhalder eher fröhlich, aufgestellt und locker, René Latzer ernst, konzentriert und ein wenig nervös.
Schulerfahrung
Lidia Bollhalder liess bei den Fragen von Guido Etterlin und aus dem Publikum durchblicken, dass sie im Amt als Schulpräsidentin auf ihre Erfahrung als Mitglied der Schulkommission bauen würde.
An «der erfolgreichen Arbeit» des zurücktretenden Schulpräsidenten Bruno Gschwend möchte sie anknüpfen. Auf die Frage Etterlins, warum man sie wählen sollte, antwortete sie: «Weil ich die Arbeit von Bruno Gschwend im gleichen Sinne weiterführen möchte und damit für Kontinuität in der Schulbehörde stehe.»
Sie erwähnte, trotz eines 40- Prozent-Berufspensums und ihrer Familie mit zwei Kindern gut alles unter einen Hut bringen zu können.
Die Motivation für das Schulpräsidium nehme sie aus der bisher dreijährigen Tätigkeit in der Schulkommission. «Das ist eine interessante, zeitaufwendige Arbeit und ich möchte die eingeschlagene Entwicklung fortsetzen.»
Führungserfahrung
Auch wenn für ihn die Aufgabe als Schulpräsident Neuland bedeuten würde, so traue er sich die Aufgabe ohne weiteres zu.
Zum einen habe er als Abteilungsleiter mit 35 Mitarbeitenden bei einer Bankverwaltung Führungserfahrung, sagte René Latzer. «Menschen zu führen gehört, so glaube ich, zu einer meiner Stärken.» Zudem sei er Vater von vier schulpflichtigen Kindern. «Da ist mir auch aus dieser Sicht die Entwicklung der Schule wichtig.» Als Motivation für das Schulpräsidium nennt er die Herausforderung, im Bereich Schule zu wirken und im Gemeinderat aktiv mitzuwirken «ohne einfach mit dem Kopf zu nicken».
Bezüglich Klassengrössen sagte René Latzer, er plädiere für eine optimale Grösse zum Wohl der Schulkinder. Als weitere Gründe, ihn zu wählen, nannte er einige seiner Eigenschaften – «Berechenbarkeit, Zugänglichkeit, mit dem erforderlichen Biss ausgestattet» – und sein Ziel, «dass die Kinder eine optimale Schule und der Lehrkörper optimale Bedingungen vorfinden.» Zum Thema Schulleitung unterstrichen beide Kandidaten die Notwendigkeit, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger von Louise Kobierski in der Schulleitung noch in der Amtszeit von Bruno Gschwend zu bestimmen.
Anderes Angebot für Oberstufe?
Bezüglich Zukunft der Oberstufe verweist Kandidatin Lidia Bollhalder auf den Vertrag mit Goldach, unterstreicht aber, dass die Eltern die Möglichkeit haben, andere Oberstufen zu wählen. «Es wäre schwierig, einen Vertrag mit einer anderen Oberstufe zu erreichen.»
Kandidat René Latzer meint zu diesem Thema, der Bedarf für einen Wechsel müsste abgeklärt werden. «Das wäre ein Thema, welches mit den Eltern aufgenommen werden sollte.»