Nur noch zwei Kantonsrätinnen

Wegen der Verkleinerung des Kantonsrates erhielt der Kreis Rorschach nebst diesen vier Sitzen noch einen weniger. Dieser wird frei, weil Silvano Möckli (SP) als einziger der bisher 15 Kantonsräte nicht mehr kandidierte. Von den noch zehn Sitzen gehen drei nach Goldach, je zwei nach Rorschacherberg und Thal sowie je einer nach Mörschwil, Rorschach und Tübach. Nicht vertreten sind Berg, Steinach und Untereggen.

SVP siegt nur in Rorschach nicht
Von den früheren Trends wurde einer gebrochen: Die SVP als junge Partei hat diesmal bei den Kantonsratswahlen nicht weniger Anteil als bei den Nationalratswahlen. Sie setzte sich neu an die Spitze, wurde auch in acht der neun Gemeinden stärkste Partei mit knapp 30 bis gut 40 Prozent. Bei den vorangegangenen Kantonsratswahlen 2004 war ihr das erst in Thal gelungen und hatte sie im ganzen Kreis noch geringen Rückstand auf die CVP. Einzig in Rorschach muss die SVP mit Rang 2 vorlieb nehmen – etwas hinter der SP –, weil sie hier keine Kandidaten stellen konnte. Die CVP verlor diesmal nur gering (siehe Anteile und Sitze auf Seite 45 «region»). Wie sehr sich das Parteiengefüge auch in der Seeregion veränderte, zeigt sich trotzdem am deutlichsten bei der CVP: Vor einigen Jahrzehnten belegte sie acht von 14 Kantonsratssitzen, jetzt hat sie noch zwei Vollmandate und ein Restmandat.

Am stärksten verlor diesmal die SP. Das resultierte zum Teil aus der Situation in der Stadt: Aus Rorschach, der SP-Hochburg, sind weitere Wähler weggezogen und von den verbliebenen beteiligten sich weniger (30,2%, im ganzen Kreis 34,9%). So wurden wie in Goldach neu auch in Rorschacherberg und Thal mehr Stimmen abgegeben als in Rorschach. Zudem fiel die SP in Goldach vom ersten auf den dritten Rang. Die FDP kam fast ungeschoren davon: Nach 0,7% Zuwachs 2004 verlor sie jetzt 2,2%; ihren Anteil an den Sitzen konnte sie halten.

Frauen haben es schwerer
Mehrere Trends bei früheren Wahlen spielten auch diesmal. Frauen hatten bei weniger Sitzen noch kleinere Wahlchancen. Die Zahl der Kantonsrätinnen wurde auf zwei halbiert. Bei den Männern – die bereits übervertreten waren mit 11: 4 – ist der Sitzverlust nur halb so gross. Dieses Problem haben alle Parteien: CVP und SVP stellen nur noch je eine Kantonsrätin. Die SP delegiert nach dem Sitzverlust keine Frau mehr. Die FDP hat weiterhin keine Kantonsrätin. Kandidatinnen landeten immerhin selten zuhinterst. Das hat weniger mit Frau oder Mann zu tun, als mit dem Wohnort: Am wenigsten Stimmen erhielten diesmal Kandidaten aus kleinen Gemeinden.

Junge besser akzeptiert
Anders als für Frauen steigen mindestens bei SVP und SP die Wahlchancen junger Leute. Den deutlich jüngsten Kantonsrat stellt weiterhin die SVP mit dem 29jährigen Tübacher Gemeindepräsidenten Michael Götte. Er erzielte zudem die höchste Stimmenzahl aller 41 Kandidierenden.