Noch kein Meister vom Himmel gefallen

Beim Eintreffen auf dem Zirkel des Reitstalles von Christoph Lehner an der Goldacherstrasse in Tübach bot sich ein lustiges Schauspiel. Zehn Kinder, darunter ein Knabe, waren eifrig dabei, vier Pferde zu striegeln. Voller Enthusiasmus wuselten sie durcheinander, immer darauf bedacht, die Anweisungen von Simona Wiss, der Verantwortlichen des Kurses, zu befolgen. Die 22-Jährige führte den Kurs zum ersten Mal durch. Ihr Mann, der in der Schulgemeinde Goldach tätig ist, sprach sie darauf an. Da sie selber drei der vier Pferde besitzt und Kinder sehr mag, war sie hellauf begeistert und sofort bereit, den Kurs durchzuführen. Ausser ihr halfen noch ihre Mutter und zwei Mädchen aus dem Reitstall mit.

Striegel oder Bürste?
Die Kinder wurden zuerst in die hohe Kunst der Pferdepflege eingewiesen. Sie durften die Tiere bürsten und striegeln. Simona Wiss erklärte ihnen, wann sie welche Bürste nehmen sollen, wie sie die Mähne und den Schweif der Tiere bearbeiten müssen und mit welcher Methode man die Hufe auskratzt. Ein Highlight war das Satteln. Die Kinder staunten nicht schlecht, wie schwer so ein Sattel sein kann, und verfolgten gebannt jede Bewegung der Helferinnen.

Übung macht den Meister
Nun folgte der Höhepunkt des Kurses: das Reiten. Noch bevor Simona Wiss die Kinder aufforderte, hatten diese schon ihre Helme aufgesetzt. Und los gings. Drei Pferde wurden eingesetzt. Eines mit einem englischen Sattel, eines mit einem Westernsattel und das letzte nur mit einer Decke auf dem Rücken. «Auf diese Weise verstehen die Kinder die zwei unterschiedlichen Reitstile, können das Pferd aber auch ohne Sattel reiten», sagt Simona Wiss. Mal wurden die Kleinen auf der einen Seite des Zirkels an der Leine, mal auf einem Parcours herumgeführt. Die Kinder wechselten sich mit Reiten ab, sie durften die Pferde aber auch gegenseitig selbständig an der Leine herumführen. Selbstverständlich war immer ein Aufseher bei einem Tier, falls etwas geschehen sollte.

Freude war gross
Zu einem Schmunzeln veranlasste ein sechsjähriges Fräulein namens Adriana. Auf die Frage, warum sie den Kurs besucht, antwortete sie: «Ich mag Pferde sehr. Ich war sogar einmal reiten, aber als es dann Winter wurde, hat es keinen Spass mehr gemacht.» Zu guter Letzt durften die Mutigen unter ihnen noch an der Longe (langes Seil) traben.

«Es war einfach genial, mit den Kindern zu arbeiten», sagte Simona Wiss lächelnd. Die Freude lag nicht nur auf ihrem Gesicht. Bei Zvieri und strahlenden Kinderaugen wurde der Anlass beendet.