Nah am Leben wohnen

Zwölf Wohnungen entstehen im Gebiet Hermet, zwölf Alterswohnungen. Bezugsbereit sein werden sie Mitte November, sagt Michael Götte, Gemeindepräsident und seit vier Wochen Präsident der Genossenschaft «Wohnen im Alter Tübach». Er ist mit dem Verlauf der Bauarbeiten zufrieden. Und auch damit, dass sich die finanzielle Situation beruhigt hat.
Neuer Vorstand
Noch bis vor wenigen Wochen sah es ganz anders aus, drohte gar ein Baustop. Dies, weil die Genossenschaft «Wohnen im Alter» in Geldnöte geriet. Einerseits weil die Überbauung nicht, wie ursprünglich angenommen, 4,3, sondern etwa 5 Millionen Franken kosten wird. Anderseits weil die Banken von einer Genossenschaft 35 Prozent Eigenkapital verlangten. Und letzteres konnte die Genossenschaft nicht garantieren. Es fehlten 800 000 Franken. Deshalb gelangte die Genossenschaft an die Gemeinde mit der Bitte um Absicherung von 500 000 Franken. Der Gemeinderat sagte Ja. Verknüpfte dieses Ja aber mit der Forderung nach einer personellen Veränderung im Vorstand. Vorgeschlagen und gewählt wurden an der Generalversammlung neu Gemeindepräsident Michael Götte als Vorstandspräsident, Gemeinderätin Birgit Koster Schöb, sie wird für den Betrieb zuständig sein, Reto Schneider, Finanzverwalter der Gemeinde, sowie die bisherigen Mitglieder Bea Weibel und Claudia Habenbacher.
Es fehlen noch 100 000 Franken
Der neue Vorstand kann einen ersten Erfolg vermelden. Die Fondskommission des Schweizerischen Verbandes für Wohnungswesen (SVW) habe das Darlehensgesuch der Genossenschaft gutgeheissen, sagt Michael Götte. Das bedeutet: Die Genossenschaft wird vom SVW ein Darlehen in der Höhe von 360 000 Franken erhalten. Rechnet man zu diesem Betrag das Genossenschaftskapital von 920 000Franken, die Hypothekardarlehen von 3 300 000 Franken sowie die privaten Darlehen von 320 000 Franken dazu, verbleibt ein Manko von 100 000 Franken. «Auch diesen Betrag bringen wir noch zusammen», sagt ein zuversichtlicher Götte. Denn es gebe noch Personen, die etwas beisteuern möchten. Und dann gibt es auch noch die katholische Kirchgemeinde, die gemäss Aussage von Kirchenverwaltungsratspräsident Marko Muzek bereit wäre, ein Darlehen zu gewähren, wenn es denn nötig sein sollte. Muzek erinnert zudem daran, dass die Kirchgemeinde bei der Grundsteinlegung zehn Genossenschaftsanteile à 1000 Franken gezeichnet habe. Die Kirche war nicht die einzige, die Anteile zeichnete. Private zeichneten Anteilscheine für 40 000 Franken. Und die Gemeinde erhielt für das Bauland 750 000 Franken in Form von Anteilscheinen. Schliesslich werden die Mieter pro Wohnung für 10 000 Franken Anteilscheine zeichnen.
Nah am Leben
Entstehen werden vier 21/2- und acht 31/2-Zimmer-Wohnungen. Vermietet sind bereits acht Wohnungen. Vier 31/2-Zimmer-Wohnungen sind noch frei. Ziel des Vorstandes sei es, spätestens am 1. Dezember mit einer Vollvermietung zu starten, sagt Michael Götte und fügt an, dass es ideal wäre, für die noch nicht vermieteten Wohnungen ältere Tübacher zu gewinnen. Diese sollten sich bis Ende Juni bei Vorstandsmitglied Bea Weibel melden (079 609 76 84). Danach würden die Wohnungen ausgeschrieben, sagt Michael Götte. Wohnungen, die, wie Birgit Koster Schöb sagt, ideal gelegen sind, mitten im Dorf, nah am Leben. Was das heisst, können Interessierte im Rahmen eines Tags der offenen Tür erfahren. Das Datum wird der Vorstand noch festlegen.