Mit voller Farbe schöpfen

Für Roland Büchler ist die Malerei eine Kopf- und eine Herzensangelegenheit. Doch sie braucht sowohl Zeit als auch Wille, um zu gedeihen. Sein ganz eigenes Wesen flösst Büchler dem Gemälde während des Malens ein. Ohne vorgefertigte Konzepte steht er vor der Leinwand und lässt seiner Intuition freien Lauf. Währenddessen erörtert er das Werk gedanklich, gibt ihm auch ideell eine Richtung: Venedig, Durchlässigkeit, Stillleben. Und lässt dem Betrachter Freiraum zur Interpretation. Dabei schöpft er mit Farben aus dem vollen. Manchmal sind sie grell, manchmal warm, manchmal kalt. «Farbe löst aus, Farbe hat Tiefe, Farbe ist Erinnerung, Farbe ist Harmonie…», für Büchler eine unendlich fortsetzbare Definition. Mit dem Spachtel mischt er die Farben, schichtet aus der zentimeterhohen Farbe Strukturen und Formen.
Seinem künstlerischen Schaffen ging eine lange Auseinandersetzung mit der Kunst voraus. Büchler besuchte Museen und Kunstmessen, so oft er konnte, und verkehrte in Künstlerkreisen. Bis ihm vor zehn Jahren der Gedanke kam: «Hey, das kann ich auch». Büchler ist ein Perfektionist. «Wenn ich ein Bild verkaufe, sehe ich mir zuerst den Platz an, wo es hängen wird. Wenn es nicht dorthin passt, verkaufe ich es nicht.» Derweilen schwingt Büchler seinen Pinsel. Dazu tönen heisse, lateinamerikanische Rhythmen aus dem Radio, die Büchler im Tanz mit den Farben befeuern.