Mit dem Segen der Schwestern

Seit 50 Jahren lebt Mutter Maria Gabriela im Kloster Scholastika in Tübach. In diesen Jahren hat sie das Gelände nur selten verlassen. Etwa gestern, als sie dem Spatenstich zur Überbauung Hermet beiwohnte. «Als ich hierherkam, standen da nur ein Bauernhaus und ein Schweinestall», sagt sie, den Blick auf die Häuser gerichtet, die an die grosse, mit Blumen übersäte Wiese hinter dem Rathaus, dem Gebiet Hermet, angrenzen. Und nun sollen noch mehr Häuser hinzukommen, wird die Wiese mit Einfamilienhäusern und Alterswohnungen überbaut. Für Mutter Maria Gabriela kein Problem; im Gegenteil, sie freut sich, dass das Bistum durch den Verkauf eines Teils des Landes Hand geboten hat und so eine positive Entwicklung für Tübach möglich macht.

Ein Jahrzehnteprojekt
Der Dank von Gemeindepräsident Michael Götte richtete sich denn auch an die Schwestern im Kloster, die das Projekt neben den weiteren Landverkäufern, eine Erbengemeinschaft und Landwirt Xavier Josuran, überhaupt erst möglich gemacht hätten. Die Idee einer Überbauung im Jahr 2006 habe in der Folge einen langen Prozess mit Einsprachen ausgelöst. Im vergangenen Jahr seien die Pläne des Gemeinderates im Gebiet Hermet endlich rechtskräftig geworden. Umso mehr freue er sich, so Götte, dass nun der Spatenstich für ein Wohnbauprojekt stattfinden könne, das in dieser Grössenordnung in Tübach in den kommenden Jahrzehnten vermutlich nicht mehr möglich sein werde. Auch deshalb, da der Kanton zur verdichtenden Bauweise im Ortskern tendiere und Einzonungen wie im Hermet kaum mehr bewillige.

Bei Gleichheit wird ausgelost

In der ersten Etappe werden zehn Einfamilienhäuser und vier Mehrfamilienhäuser (zwei davon mit je sechs Wohnungen für «Wohnen im Alter») erstellt. Laut Michael Götte sind gegen 50 Bewerbungen interessierter Käufer für die Grundstücke eingegangen, wobei sich diese vor allem auf drei Parzellen mit vorteilhaftem Seeblick konzentrieren würden. «Es wird für den Gemeinderat keine leichte Aufgabe sein, diese Parzellen zu vergeben, auch wenn der Rat klare Vergabekriterien definiert hat. Sollten tatsächlich mehrere Bewerber die Kriterien im selben Masse erfüllen, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass wir das Los entscheiden lassen.»