Mit Kelle und Pinzette

10 Uhr in der Küche des Berufsbildungszentrums Baden. Es ist der zweite Tag des Kochwettbewerbs «gusto07» und des «European Cooking Cups». 15 Jungköche stehen vor dem Herd, arbeiten konzentriert und ruhig. Zu hören ist lediglich ein geschäftiges Klappern von Kochtöpfen, Schwingbesen und Messern. Neun Juroren schauen den jungen Talenten über die Schultern und machen sich Notizen. In zwei Stunden ist Abgabetermin der kalten Schauplatten. Die Aufgabe ist klar: Es gilt nach eigenem Konzept eine Kombination von Süsswasserfischen und Krustentieren mit dazu passenden Garnituren und einem Gemüsesalat herzustellen.

«Sensationelle Arbeit»
Bei Joël Fässler läuft alles nach Plan. «Ich habe zu Hause viel geübt und komme gut voran», sagt er. Am Tag zuvor konnte er die wichtigsten Komponenten der Schauplatte vorbereiten. Heute ist der anspruchsvolle Teil des Verzierens und Anrichtens an der Reihe. Joël Fässler meint schmunzelnd: «Jetzt ist die Pinzette mein wichtigstes Werkzeug.»

11 Uhr. Die Ersten beginnen bereits, ihre Schauplatte anzurichten. Die Zeit drängt jetzt. Unter den wachsamen Augen der Jury arbeiten einige Nachwuchstalente immer hektischer. Joël Fässler hingegen bleibt seelenruhig, nimmt sich sogar Zeit, seinem Nachbarn beratend zur Seite zu stehen. Franz Jonke, Präsident der Wettbewerbskommission des Schweizer Kochverbands, zeigt sich von der bisherigen Arbeit der Lehrlinge beeindruckt: «Es ist sensationell, auf welch professionellem Niveau gekocht wird.»

12 Uhr. In letzter Minute kann Joël Fässler seine Schauplatte «Fischkreationen auf Schiefer» zur Begutachtung und Degustation an die Jury übergeben. «Gegen Ende wurde die Zeit knapp», seufzt er. «Ich bin nicht ganz zufrieden mit meiner Platte. Zu Hause ist sie mir besser gelungen.»

19 Uhr im Kongress und Kursaal Bern. Joël Fässler und seine Mitstreiter präsentieren ihre Schauplatten. Am gleichen Ort findet im Anschluss ein von Sandra Studer moderierter Galaabend mit der Siegerehrung statt. Für die Jungtalente gibt es Praktika bei renommierten Köchen im Ausland zu gewinnen.

Finale als Trostpflaster
22 Uhr, Preisverleihung. Für Joël Fässler reicht es nicht ganz. Er belegt den vierten Platz und gewinnt ein hochwertiges Messer-Set. Jacques Neher, Meisterkoch im «Löwen», gratuliert seinem Schützling und meint tröstend: «Es ist eine grosse Ehre, überhaupt so weit gekommen zu sein und am Finale teilgenommen zu haben.» Joël Fässler freut sich mit den Siegern und sagt: «Ich bin etwas enttäuscht, ich konnte aber hier in Baden sehr viel lernen.»