Ministranten beim Papst

«Der Papst ist eigentlich ein gewöhnlicher Mensch, der auf dem Boden geblieben ist und verständlich zu uns gesprochen hat», meinte einer der Ministranten nach dem Treffen auf dem Petersplatz. Die europäische Wallfahrt der Ministrantinnen und Ministranten führte dort 42 000 junge Menschen zusammen. Die Ministrantinnen und Ministranten haben viel mehr gesehen als den Petersplatz, und die Eindrücke nach der Reise sind so verschieden wie die Teilnehmenden: «Diese Stadt ist ein sehr lebendiges Museum», «alles ist gross hier», «ich habe 214 Fotos gemacht», «ich habe den kleinstem Staat der Welt gesehen», «mich fasziniert es, dass man bei Rot über die Strasse gehen kann», «die vielen grossen Kirchen und die Orte mit speziellen religiösen Bräuchen bringen einem den Glauben näher.» Der eine oder die andere hat wohl noch eine Weile seine Knie gespürt, nach den 28 Stufen der Heiligen Treppe, die man nur kniend emporsteigen darf.

«Muss man das glauben?» Diese Frage, vor den Fussabdrücken von Jesus, in einer Marmorplatte bei der Quo-Vadis-Kirche löste eine spontane Diskussion aus über Glauben, Erfahrungen von Menschen und das Bedürfnis, manchmal in Gegenständen und Bräuchen einen Halt zu finden, um Gott, der uns manchmal fern erscheint, etwas näher zu erfahren.

Tatsache ist, dass Rom weit mehr Sehenswürdigkeiten als Gelati-Sorten – und von denen hat es so viele, dass es unmöglich ist, in einer Woche alle auszuprobieren – hat. «Man kann wohl nie sagen, Rom habe ich jetzt gesehen», sagte eine Teilnehmerin, die nicht zum ersten Mal in der Ewigen Stadt war. So warfen alle vor der Abreise eine Münze in den Trevi- Brunnen, mit dem Wunsch, wieder einmal zurückzukehren. Man kann es glauben oder nicht– doch wenn mal will, dann wirkt es bestimmt.