Mehrheit für ganzes Bauprojekt

Die Schule ist Tübachern wichtig. Das zeigt die Teilnahme von 208 Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung. Sie erreicht mit 23 Prozent eine Beteiligung wie in kaum einer anderen Gemeinde.
Fast alle für das Projekt, aber…
Tübach brauche wegen neuer Unterrichtsformen und steigender Schülerzahl mehr Schulraum. Darin sind sich Gemeindepräsident Michael Götte, eine Gruppe von zehn Einwohnern und die weiteren Diskussionsteilnehmer einig. Mit Ausnahme eines Bürgers, der höhere und damit platzsparende Gebäude vorziehen würde, beurteilen sie auch das Projekt mit flachen Neubauten neben dem dominant bleibenden Schulhaus als guten Vorschlag. Auseinander gehen die Meinungen, ob schon jetzt so viel Raum gebaut, der Kindergarten ersetzt und die hohe Summe von 5 Millionen Franken investiert werden soll.
Vorschlag für kleineres Projekt
Die Bürgergruppe erinnert daran, dass der Gemeinderat vor einem Jahr 3,5 Millionen nannte. Sie rechnet vor, jetzt seien es 5 Millionen, mit dem Abbruch des hinzugekauften Einfamilienhauses 5,3 Millionen sowie mit Teuerung und Reserve 6 Millionen. Der Gemeindepräsident räumt ein, dass «Investitionsvolumen von 3,5 Millionen» in der Vorlage zum Projektierungskredit eine unpräzise Aussage war. Das betraf nur die Gebäudekosten. Diese sind jetzt mit 3,4 Millionen veranschlagt. Hinzu kommen Planung, Projektierung, Umgebung, Ausstattung und eine Reserve. Das ergibt 5 Millionen. Zudem muss das nach den früheren Bewohnern Kenk-Haus genannte Gebäude abgeschrieben werden. Es hat die Gemeinde weniger als 300 000 Franken gekostet, steht aber mit diesem Wert in der Bilanz.
Die Bürgergruppe empfiehlt eine mindestens vorerst günstigere Lösung: Nur das eine Gebäude mit Schulzimmern bauen, den Kindergarten in der Mehrzweckanlage lassen und für andere Bedürfnisse das Kenk-Haus nutzen statt abbrechen. So bliebe auch mehr Pausenplatz beim Schulhaus samt Möglichkeit für Fussball. Und in zehn Jahren könnte entschieden werden, ob es einen zweiten Neubau brauche. Notker Angehrn stellt deshalb den Antrag, die Vorlage an den Gemeinderat zurückzuweisen mit dem Auftrag, die Schulhauserweiterung und den neuen Kindergarten getrennt zu berechnen und zur Abstimmung vorzulegen.
Jetzt bauen statt in Etappen
Gemeindepräsident Götte erklärt nochmals, dass der Gemeinderat jetzt auch neuen Raumbedarf für Mittagstisch, Spielgruppe, Jugendraum, Probelokal und weiteres decken will. Er erinnert daran, dass die Bürgerversammlung der Projektierung für dieses Raumprogramm und der Nutzung des Schulhausareal samt dem Kenk-Haus gestimmt habe.
Die meisten weiteren Votanten unterstützen dieses Vorgehen. Sie raten wegen Zeitverlust und damit verbundenen Kosten für Provisorien ab und verweisen darauf, dass das Bauen in Etappen teurer wird. Die Rückweisung wird mit 115 Nein gegen 65 Ja abgelehnt und der Kredit für das Gesamtprojekt mit 131 Ja gegen 43 Nein genehmigt.
Bei Finanzgeschäften einig
Nicht diskutiert wird die Rechnung der Gemeinde. Der Überschuss von 390 000 Franken wird für die neuen Schulräume verwendet. Ebenfalls einstimmig genehmigen die Bürgerinnen und Bürger das Budget für 2013 mit unverändert tiefem Steuerfuss von 90 Prozent. Es enthält neu Mittel für Beiträge aus dem Energiefonds und für die Sanierung des Schwärzebachs.