Mehr Raum für Druckerei

Seit 35 Jahren gibt es die Druckerei Weibel AG. Gegründet wurde sie von Franz und Stefan Weibel. Beides gelernte Schriftsetzer. Aus dem Zwei-Mann-Betrieb ist in der Zwischenzeit eine Druckerei mit 13 Mitarbeitenden geworden. «Es ging immer schön vorwärts», sagt Franz Weibel, der in fünf Jahren pensioniert wird. Sein Bruder Stefan geht im nächsten Jahr in Rente. Auch danach wird es wohl schön vorwärts gehen. Denn mit den Söhnen von Franz Weibel, mit Thomas und Daniel, sowie mit Pascal Wuillemin, einem ehemaligen Weibel-Lehrling, sind drei junge Berufsleute bereit, die Nachfolge anzutreten.
Kräfte gebündelt
Sie werden dies in einem grösseren Gebäude in Tübach tun können. Denn dort wurde in den vergangenen Monaten ein Erweiterungsbau, ein «reiner Zweckbau», wie Franz Weibel sagt, realisiert, und zwar für gut eine halbe Million Franken. Dafür haben Weibels an der Wiesenstrasse 370 Quadratmeter mehr Fläche erhalten inklusive eines Showraumes und Platzreserve auf einer Galerie. Und konnten die Räume in Goldach aufgeben. Dort hatten sie 2008 die Druckerei Ulmer, deren Inhaber pensioniert wurde, übernommen.
Platz gefunden haben in Tübach die bis anhin in Goldach Beschäftigten, vier an der Zahl. Aber auch die Maschinen, zwei Druck-, eine Schneide- und eine Falzmaschine, wurden von Goldach nach Tübach gezügelt. «Und einige Tonnen Papier», sagt Daniel Weibel. Das ganze Team, mit Ausnahme der Filiale Arbon, wo Stefan Weibel arbeitet, sei jetzt an einem Ort vereint. Vater und Sohn freuen sich: «So können wir unsere Kräfte bündeln.»
Zweites Standbein
In Tübach können nun die 13 Mitarbeitenden unter einem Dach arbeiten. In jenem Dorf also, wo im Jahr 1977 an der Steinacherstrasse in zwei kleinen Räumen die Geschichte der Weibel Druckerei AG begann. Zwei Jahre später wurde die Filiale Arbon eröffnet. 1986 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1987 konnten Franz und Stefan Weibel den Neubau im Industriequartier an der Wiesenstrasse beziehen. Heute, 25 Jahre später, freuen sich Weibels und ihre Angestellten über den Erweiterungsbau. Nicht nur darüber. Auch über eine neue Heidelberger Fünf-Farben-Druckmaschine, die etwa 1,3 Millionen Franken gekostet hat und «ein effizienteres Arbeiten garantiert», sagt Daniel Weibel. Er sagt aber auch, dass sie zur Druckerei ein zweites Standbein aufgebaut hätten im Bereich Grafik und Gestaltung von Internet-Seiten.
Schritt gehalten mit der Technik
Franz Weibel sagt mit einem Blick zurück: «Wir haben es nie bereut, dass wir uns selbständig gemacht haben. Wir haben auch viel Zeit investiert und mit der Technik Schritt gehalten.» Was das heisst, können Interessierte am Tag der offenen Tür erfahren (vgl. Kästchen). Sie werden die Maschinen sehen und erfahren, wie breit die Palette der Drucksachen ist. Diese reicht von Visiten- über Glückwunschkarten, Kalender, Briefpapier, Tombolalose, Broschüren bis hin zu Gemeindemitteilungsblättern.