«Max und Moritz» schaffen Platz

Um die Schule ging es am Mittwochabend im Mehrzweckgebäude Arche in Tübach. Und um die Raumnot im Schulhaus. Und das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbes. Zwischen 40 und 50 Frauen und Männer waren gekommen und besetzten zuerst die hintersten Reihen. Wie es wohl auch heute noch in den Schulen gang und gäbe ist. Vorne stand aber kein Lehrer. Schön der Reihe nach traten ans Rednerpult Gemeindepräsident Michael Götte, Schulpräsident René Latzer und Kurt Artho, Architekt und Mitglied der Wettbewerbs-Jury. Michael Götte sagte: «Im letzten Jahr wurde es wirklich eng im Schulhaus.» René Latzer: «Der Raum ist knapp, das ist unbestritten.» Und, mit Blick auf das Erweiterungsprojekt, Kurt Artho: «Das alte Schulhaus bleibt der Hauptbau.» (Tagblatt vom 19.10.).
Weder flach noch gieblig
Die Tübacher lauschten aufmerksam. Und machten sich auch Gedanken. Zum Beispiel über die Dächer des neuen Primarschulhauses und des neuen Kindergartens. Es sind keine Flachdächer, aber auch keine Giebeldächer. Sie erinnern an Pultdächer. Warum nicht Flachdächer und diese so gestalten, dass die Bauten später problemlos aufgestockt werden könnten, wollte ein Tübacher wissen. Ein Gedanke, den Michael Götte aufnahm, obwohl «wir davon ausgehen, dass der Raum, den wir neu schaffen, für eine längere Zeit genügt».
Eine andere Idee: Warum nicht eine Terrasse auf einem Dach realisieren und damit mehr Aussenraum schaffen für die Kinder? Mit dieser Anregung nahm eine Tübacherin den Ball eines Tübachers auf, der sich fragt, ob die Spielflächen draussen genügten. Wenn wir wünschen und wählen könnten, gäbe es mehr Platz, sagte Michael Götte. Aber eben: Der Raum rund um das alte Schulhaus und die neuen geplanten Schulgebäude ist beschränkt.
Seit 20 Jahren ein Thema
Vor der Fragerunde hatte Gemeindepräsident Michael Götte dargelegt, warum die Schule erweitert werden muss. Seit 20 Jahren sei die Raumknappheit im Schulhaus ein Thema. Darum seien die Wohnungen zu Schulzimmern umfunktioniert, die Kindergärten verlegt worden. Im vergangenen Jahr sei es dann wirklich eng geworden. Nur wie der Raumnot entfliehen? Weiter improvisieren oder erweitern? Erweitern. Das wollen auch die Stimmberechtigten, haben sie doch an der diesjährigen Bürgerversammlung einen Projektierungskredit von 216 000 Franken genehmigt. Dieses Geld wurde in einen Architekturwettbewerb investiert. Kürzlich entschied die Jury. Das Siegerprojekt heisst «Max und Moritz».
Schulqualität erhalten
Schulpräsident René Latzer sagte mit einem lausbübischen Lächeln: «Wir freuen uns auf Max und Moritz.» «Max und Moritz», das sind zwei winkelförmige Bauten, einer für den eingeschossigen Kindergarten, der andere für die zweigeschossige Schule. Damit könne eine ideale Lehr- und Lernumgebung geschaffen werden, sagte Latzer. Und damit könne auch die hohe Schulqualität erhalten bleiben, was sich positiv auf die Attraktivität von Tübach als Wohnort auswirke.
Auch Latzer erwähnte die Raumknappheit, wies darauf hin, dass Schulzimmer heute mehrfach genutzt werden und im Treppenhaus behelfsmässig Gruppenräume eingerichtet wurden. Dann sagte er, was die Schule braucht: «Keine Luxus-, sondern eine optimale Lösung.»
Wie diese Lösung aussieht, erklärte Kurt Artho, Tübacher Architekt und Mitglied der Jury, welche die eingereichten Projekte beurteilt hat. Die Neubauten nähmen Rücksicht auf das alte Schulhaus, fügten sich gut in die Umgebung ein und böten betrieblich eine gute Lösung. Götte versicherte zudem, dass es auch «eine nachhaltige Energielösung» geben werde.
Wie viel die neuen Gebäude kosten werden, das weiss noch niemand so genau. Die anfangs Jahr genannte Summe von 3,5 Millionen Franken reiche für die Gebäudehülle, sagte Götte. Und fügte an: Die effektiven Kosten dürften deutlich höher sein. Wie viel, das würden die Berechnungen zeigen, die gegenwärtig von Fachplanern erstellt würden. Götte rechnet damit, dass der Gemeinderat die Zahlen im Februar vorliegen hat, damit er das Gutachten für Baukredit zuhanden der Bürgerversammlung vom 22. März 2013 ausarbeiten kann.