MAX UND MORITZ erweitern die Schule

Das Schulhaus Hermet platzt aus allen Nähten. Längst ist die räumliche Kapazitätsgrenze erreicht. Der neue Lehrplan und die steigenden Schülerzahlen verschärfen laut Schulpräsident René Latzer die Platznot der Schule zusätzlich. Darum plant der Gemeinderat einen Erweiterungsbau. Im vergangenen März bewilligte die Bürgerversammlung einen Kredit von 216 000 Franken für den Architekturwettbewerb und die Projektierung. Nun steht das Siegerteam fest: Das Architekturbüro Nägele Twerenbold aus Zürich konnte die elfköpfige Fachjury mit ihrem Projekt «Max und Moritz» überzeugen.
Acht neue Schuleinheiten
Das Projekt sieht zwei winkelförmige Erweiterungsbauten vor. Das Architektenteam hat entschieden, Primarschule und Kindergarten räumlich voneinander zu trennen, sie aber architektonisch so zu gestalten, dass sie unverkennbar zusammengehören. Die Schulerweiterung wird als zweigeschossiges Gebäude an die südwestliche Seite des Areals gesetzt. Der eingeschossige Kindergarten bildet zur Schulstrasse hin einen räumlichen Abschluss. Die grosse Linde im südlichen Bereich bleibt erhalten. «Die Neubauten sollen optisch gut in den Dorfkern passen und das bestehende stattliche Schulhaus nicht konkurrenzieren», sagt Architekt Adrian Twerenbold.
Genau mit diesem Anliegen konnte das Projekt «Max und Moritz» bei der Jury denn auch punkten. «Die beiden Neubauten mit nur einem beziehungsweise zwei Geschossen schaffen ein ausgewogenes Verhältnis auf dem Schulareal», sagt Thomas Eigenmann vom Raumplanungsbüro ERR in St. Gallen. Ausserdem habe auch der architektonische Ausdruck die Jury begeistert.
In den beiden Erweiterungsbauten entstehen acht neue Schuleinheiten. Zusammen mit den Zimmern im bestehenden Schulhaus – für das übrigens keine Renovationen anstehen – sollte die Schule Tübach für die Zukunft gewappnet sein: Laut Schulpräsident René Latzer dürfte die Anzahl der Schulkinder in Tübach von heute etwa 120 längerfristig auf 150 steigen – dies aufgrund der regen Bautätigkeit im Dorf. «Mit dem erweiterten Schulhaus leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Zukunft unseres Dorfes», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. Ausserdem könne dadurch das Mehrzweckgebäude, in dem heute der Kindergarten untergebracht sei, entlastet werden.
Abstimmung im März 2013
Das erweiterte Schulhaus soll so schnell wie möglich bezugsbereit sein. Wunschtermin ist laut Michael Götte das Schuljahr 2014/2015. «Wenn wir jetzt vorwärts halten, erreichen wir dieses Ziel», sagt der Gemeindepräsident. In einem nächsten Schritt legt der Gemeinderat an seiner heutigen Sitzung die Baukommission fest. Im Mehrzweckgebäude Arche werden in den nächsten zwei Wochen die Wettbewerbsprojekte öffentlich ausgestellt.
Laut Gemeindepräsident Michael Götte ist Ende November eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung geplant. Ziel ist, dass die Bürgerversammlung im März 2013 über den Baukredit abstimmen kann. Wie hoch dieser sein wird, ist allerdings noch offen. Anfangs Jahr schätzte die zuständige Arbeitsgruppe die Baukosten auf etwa 3,5 Millionen Franken. Laut Raumplaner Thomas Eigenmann müssen die Kosten des Siegerprojekts «Max und Moritz» noch genau berechnet werden.

Die öffentliche Ausstellung der eingereichten Projekte findet an folgenden Tagen im Mehrzweckgebäude Arche statt:
Sa., 20. Okt., 14–16 Uhr
So, 21. Okt., 10–13 Uhr
Mi., 24. Okt., 18–20 Uhr sowie um 20 Uhr öffentliche Führung durch die Fachjury
Fr., 26. Okt., 18–21
Sa., 27. Okt., 9–12 Uhr