Leitung auf der Zielgeraden

GOLDACH/TÜBACH. Die Baugruben für die neuen Leitungen der Regionalen Wasserversorgung St. Gallen (RWSG) bleiben noch bis Oktober geöffnet. Zusätzlich beginnen nach den Sommerferien bei der Bruggmühle weitere Arbeiten.

Wer zurzeit am Bootshafen Rietli vorbeispaziert, kann die drei grossen, rund 5,20 Meter tiefen Baugruben kaum übersehen. Im Rahmen des Projekts «Ausbau 2010» (siehe Kasten) der RWSG wird hier gleich an zwei neuen Wasserleitungen gearbeitet. Vom Pumpwerk im Rietli aus entsteht zum einen eine Verbindungsleitung zum Seewasserwerk Arbon, zum anderen eine neue Transportleitung, die über die Chogenau zur Bruggmühle führt und dort an die St. Galler Leitung angeschlossen wird. Dieser rund 2,5 Kilometer lange Abschnitt ist fast fertig, nur unter dem Bahnübergang beim Bootshafen Rietli fehlt noch eine 45 Meter lange Strecke.

Letzter Durchbruch
«Wir arbeiten dafür wie im ganzen Seeabschnitt mit Microtunnelling, das heisst, wir bohren von Grube zu Grube kleine Betontunnels mit 1,1 Meter Durchmesser, in die dann die Leitungen verlegt werden», erklärt Bauführer Thomas Lang das Vorgehen. Die Methode ist zwar zeitlich aufwendig, bringt aber grosse Vorteile, wie Projektleiter Anton Betschart von der RWSG bestätigt. «Mit dem Microtunnelling vermeiden wir die zwei Probleme, die wir beim Bau mit einem herkömmlichen Graben bekommen hätten: Es wären umfassende Sicherheitsmassnahmen zugunsten der SBB-Anlagen nötig gewesen und das Grundwasser hätte entlang des gesamten Grabens abgesenkt werden müssen. Die Konsequenzen insbesondere für den Untergrund des Bahndamms wären nicht voraussehbar gewesen.» In dem Moment erfolgt in der Grube direkt beim Hafen der letzte Durchbruch für die Leitung zur Bruggmühle. Nun dauert es nur noch zwei bis drei Wochen, bis die Pressrohre verlegt sind. Nach dem Einzug der eigentlichen Leitungsrohre können die Gruben laut Betschart sukzessive geschlossen werden, die letzte voraussichtlich im Oktober.

Anfang 2009 betriebsbereit
Bereits nach den Sommerferien gehen die Bauarbeiten am anderen Ende der Leitung weiter. Neben der Bruggmühle entsteht ein Schieber- und Entleerungsschacht. Der Zusammenschluss mit der St. Galler Leitung kann aber erst erfolgen, wenn das neue Pumpwerk im Rietli fertig ist. «Der ursprüngliche Zeitplan sah noch vor Weihnachten Testläufe vor, aber bis die Pumpen geliefert und installiert sind, könnte es Anfang 2009 werden», sagt Betschart. Sobald die Pumpen aber bereit sind, kann die neue Leitung in Betrieb genommen werden.