Kritisches und Erbauliches

Mit dem Ausfall des Restaurants Sonne musste sich kurz vor der Durchführung der Tübnacht die für den Anlass zuständige Gemeinderätin Birgit Koster Schöb auseinandersetzen. Ein Verzicht auf den Anlass stand nicht zur Diskussion und die Gemeindeleitung organisierte als Ersatz die Arche. Das hat sich ausgezahlt, klappte auch hier der Fasnachtsabend in allen Belangen.
Wer den Schaden hat…
Gut gebucht konnte die Tübnacht über die Bühne gehen. Einzige Änderung bei den Gruppen war die Namensgebung von Walter Büchler, der in der Vergangenheit jeweils als Römer auftrat, aktuellerweise aber als «Mister X». Was zwar inhaltlich der Kontinuität keinen Abbruch tat, jedoch sicher farblich. Die Spannung bei den Gästen in den verschiedenen Lokalitäten war gross. Mit welchen Themen befassten sich die Gruppen, wem wird mit welchem «geschossenen Bock» der grösste Platz eingeräumt. Da war ja mal was mit einem Benzineinfüllstutzen, der erst nach der Wegfahrt entfernt wurde, oder auch einmal eine Heizung, die den Dienst versagte, weil kein Öl mehr vorhanden war. Diese Ereignisse können die Betreffenden unter der Rubrik «Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen» abbuchen.
Max und Moritz
Das Stichwort «Max und Moritz» war etliche Male zu hören. Geht es doch um den Bau eines Hauses für die Schule und jenes für den Kindergarten. Der gewährte Kredit für das Gesamtprojekt sei nach dem Bau des Schulhauses vermutlich schon aufgebraucht, war zu hören. An diesem Abend monierten lediglich die Fasnachtscliquen gegen das Projekt. Das verdichtete Bauen mit viel Nähe zum Nachbarn schien den Tüblachern einen Spruch wert zu sein und der Gruppe Fürios der Vandalismus im Dorf. Auch kam Gemeindepräsident Michael Götte nicht unbeachtet davon. Seine Anstrengungen im Wahlkampf mit extremen körperlichen Leistungen fanden hier ihren Niederschlag. Insbesondere sein Trip auf den Säntis, der von Stockente Ursula gerettet wurde.
Die Tradition fortführen
Das war eine echte Tübnacht, doch das könnte es auch gewesen sein. Denn gleich zwei Gruppen haben ihren Rücktritt angekündigt. Die Stockenten, mit in dieser Formation sind übrigens die Gemeinderätin Birgit Koster Schöb, sie präsidiert die Kulturkommission, und Ursula Gschwend, die frühere Pfarreiratspräsidentin. Als weitere Gruppe werden auch die «Fürios» vom Feuerwehrverein Tübach nicht mehr als Clique unterwegs tätig sein. Dazu meinte Fürios-Mann Thomas Eigenmann: «Der Aufwand für diesen Abend ist riesig.» Die Vielfalt und Verschiedenartigkeit der Gruppen machen die Tübnacht aus. Der Auftritt der Stockenten als alte Frauen sollte symbolisch gleichermassen das Ende ihrer Auftrittserie bedeuten. Für Nichtmehr-Stockente Birgit Koster Schöb dürfte diese Situation im kommenden Jahr eine Entlastung sein, für Gemeinderätin Birgit Koster Schöb jedoch kaum. Gemeindepräsident Michael Götte signalisierte deutlich, dass ihm an der Fortführung der Tübnacht viel gelegen sei.