Kontinuität beibehalten

Als Bruno Gschwend in der Schulkommission erstmals seinen Rücktritt als Schulpräsident antönte, sagte sich Lidia Bollhalder, eine Kandidatur könne sie sich überlegen – wenn es dann so weit sei. Der Rücktritt kam schneller als erwartet, genauso wie die konkreten Anfragen innerhalb der Kommission und aus ihrem Umfeld. «Der Gedanke, mich noch mehr zu engagieren, hat mir gefallen», sagt sie. «Ich setze mich mit viel Herzblut für die Schule ein und mache es gerne.
» Nach drei Jahren in der Kommission kenne sie die Abläufe, aber auch die schwierigen Herausforderungen, die es immer wieder zu meistern gelte, damit die Schule weiterhin gut funktioniere. «Die Kontinuität beizubehalten ist mir wichtig.» Als Schulpräsidentin möchte sie nicht alles verändern, Bruno Gschwend habe seinen Job gut gemacht. «Es ist eine Herausforderung, das Amt so weiterzuführen.»

Schülerzahlen und Schulsystem

Die schwankenden Schülerzahlen und das integrative Schulsystem weiter verankern, sind für Lidia Bollhalder die Themen, die die Schule Tübach in naher Zukunft beschäftigen werden. «Mit den schwankenden Zahlen ist es schwierig, auf längere Zeit hinaus zu planen. Das sehen wir jedes Jahr.» Und die Einführung des integrativen Schulsystems sei ein grosser Schritt für eine so kleine Schule. Mussten früher Klein- und Einführungsklassen in Goldach besucht werden, können heute alle Kinder im Dorf zur Schule gehen. «Eine schulische Heilpädagogin unterstützt die Kinder und Lehrkräfte. Für letztere ist das System teilweise eine grosse Umstellung, die nicht einfach verordnet werden kann», sagt Bollhalder. Jetzt brauche es Zeit, das System stärker zu verankern.

Engagiert in Beruf und Familie

Lidia Bollhalder ist jemand, der sich gerne engagiert. «Als meine Mädchen beide vormittags in die Schule gingen, hatte ich plötzlich viel Zeit.» Zeit, die sie nutzen will. So leitet sie seit Anfang Jahr die Geschäftsstelle der Regionalen Vermittlung für Tageseltern, ein 40%-Pensum. Und seit 1. Juli amtet sie als Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Goldach. Sie sei keine, die Ämter sammle, das habe sich so ergeben. «Ich will mich nicht selber verwirklichen, ich übe sie der Sache zuliebe aus. Mein Engagement ist für mich das, was für andere ein Hobby ist.» Alle Ämter unter einen Hut zu bringen, ist deshalb für sie kein Problem, sondern eine Frage der Organisation. Sie könne sich ihren Berufsalltag frei einteilen, daneben bleibe ihr genügend Zeit für ihre Familie. «Das ist mir wichtig. Und mein Mann unterstützt mich, wir sind ein gutes Team.»

Personalführung als Stärke

Für das Amt als Schulpräsidentin sieht sich Lidia Bollhalder gut gerüstet. Aus ihrer früheren Tätigkeit im Personalwesen bringt sie Führungserfahrung mit. «Personen zu führen, ist eine Stärke von mir, ich habe dafür auch das nötige Fingerspitzengefühl», sagt sie. Und sie behalte in kritischen Situationen den Überblick. «Ich kann gut einen Schritt zurücktreten und die Situation sachlich analysieren, ohne dabei den emotionalen Aspekt zu vergessen. Denn der Umgang mit Kindern, Eltern und Lehrkräften ist eine emotionale Angelegenheit.»