Kölliker und die Zigarre danach

Er habe noch selten so gelacht wie bei diesen Stammtischgesprächen, gesteht Stefan Kölliker, bevor er sich am Donnerstag nach acht Uhr im «Löwen» verabschiedet. Nach einem ersten derartigen Stammtischgespräch in Uznach ist der St. Galler Regierungspräsident nach Tübach gekommen. Der St. Galler Regierungspräsident scheint derartige Stammtischgespräche ohne vorgeschriebenen Themen-Ablauf zu mögen, und Gastro St. Gallen hat ihm bei der Auswahl von insgesamt sieben über den ganzen Kanton verteilten Gaststätten geholfen.
Eingerechnet ein paar Männerchor-Sänger, die dann zur Probe verschwinden, kommt ein gutes Dutzend Interessierter aus dem Dorf und der nahen Umgebung in den «Löwen». Stefan Kölliker findet es schade, dass solche Begegnungen im Zeitalter des Internets und der rauchfreien Restaurants an Bedeutung verlieren. Er widmet dem Thema «rauchfreie Restaurants» viel Zeit und dabei gesteht der Regierungspräsident, dass er jeweils nach einem guten Essen ganz gerne im bedienten Fumoir eine Zigarre rauchen möchte.
Perfektes Dossier Wildhaus
Der Bildungsdirektor ist nicht nur Liebhaber der Zigarre. Er will auch den Sport und mit ihm die Hotellerie und Gastronomie der ganzen Region Obertoggenburg fördern: Er zeigt sich überzeugt vom «perfekten Dossier», mit welchem Wildhaus den ersten Schritt in Richtung nationales Schneesport-Zentrum macht. Der ganze benötigte Boden befindet sich im Besitz der Gemeinde, die bestehende Infrastruktur kann genutzt werden und Wildhaus ist für zwei Millionen Menschen aus dem Grossraum Zürich innert einer Stunde erreichbar. Der Bund stellt siebzig Millionen fürs Zentrum zur Verfügung, um das sich zehn Destinationen bewerben. Je nach Höhe müsste der Kantonsanteil vom Kantonsrat oder vom Volk gesprochen werden. Vom Schneesport-Zentrum wechselt Stefan Kölliker zum Bahnausbau im Rheintal. Das von einem Bürger angesprochene Barrieren-Problem in der Region Rorschach veranlasst ihn zu einer Notiz im Pendenzen-Buch.
Solothurn als Vorbild
Wie sehr sich andere Kantone für die Imageförderung einsetzen, hat der Regierungspräsident an der Solothurner Herbstmesse erfahren. Für den Auftritt als Gastkanton an der Olma investiert Solothurn zwei Millionen Franken. In 49 Gruppen werden zweitausend Menschen im Festumzug mitmarschieren.
Stefan Kölliker lobt die Zusammenarbeit im gegenwärtigen Regierungsrat. Dessen Mitglieder seien alle als offene Charaktere erkennbar. Nächste Woche werden Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann und Baudirektor Willi Haag die Spital-Bauvorlage mit sechzig Vorhaben den Medien vorstellen.