Klärmeister geht bald in Pension

Ammonium, Nitrit, Phosphor total, ungelöste Stoffe, biochemischer Sauerstoffbedarf, gelöster organischer Kohlenstoff – mit Kurven zu dieser «Chemie» im Abwasser reicherte Urs Achermann den Jahresbericht an. Entsorgung des Klärschlamms und «Energiebilanz Elektrizität» waren ständige Begleiter durch das Betriebsjahr der Abwasserreinigung. Guido Wüst verwies auf die Zunahme von Betriebsvorschriften hin.

Eine Viertelmillion besser
Die Energiekosten lagen 42 000 Franken tiefer, der Aufwand für Schlammbehandlung 103 000 tiefer als budgetiert. Das Ergebnis der Rechnung 2005 ist um 243 000 Franken besser als im Voranschlag; die Einlagen aus Rechnung 2005 in die Spezialfinanzierungen betragen 1,6 Mio. Franken. Die Wahl von Martin Klöti in die Betriebskommission und als Vizepräsident war unbestritten. Wüst dankte Veronika Merz für ihre konstruktive Mitarbeit.

Urs Achermann ist seit August 1992 Betriebsleiter beim Abwasserverband Morgental. Er geht Ende dieses Jahres in Pension. Wie Guido Wüst zur Nachfolge ausführte, beschloss die Betriebskommission, wieder einen selbständigen Betriebsleiter einzustellen. Es gingen zehn qualifizierte Bewerbungen ein.

Anstrengungen weiterführen
Im letzten Betriebsbericht gibt sich Urs Achermann nachdenklich, weil da und dort die Ansicht bestehe, im Gewässer- und Umweltschutz sei alles erreicht. Rückstellungen zur Erneuerung alternder Anlagen würden nur zögerlich gebildet. Stellen bei Ämtern, wo Beratung und Unterstützung von Gemeinden und Abwasserverbänden gesucht wird, würden abgebaut. Es werde vergessen, dass Abwasseranlagen 365 Tage rund um die Uhr in Betrieb und vielerlei Stoffen sowie Gasen ausgesetzt sind. Zudem, sagt Achermann: eine engere Zusammenarbeit würde wirtschaftliche Verbesserungen bringen.

Spannende Simulationen
Werner Federer von Fischer Ingenieure in Arbon referierte über Grundlagen für die hydraulische Bemessung der Abwasserkanäle. Der Bauingenieur ETH hat über die Region hinaus an vielen Lösungen mitgearbeitet. Vor 30 Jahren wurden Handlisten errechnet, heute lässt die EDV genauere Berechnungen zu. Doch genaue Eingaben, der denkende Mensch, sind immer noch wichtig. Spannend die hydrodynamischen Simulationen, die Federer nach seiner Bemerkung erläuterte: «Wenn Regen kommt, wird es für den Hydrauliker spannend.»