Kinder aus Schulhäusern gerettet

Die Idee für eine Übung im Schulhaus Horn hatte Atemschutz-Offizier Markus Graf. Mit seiner Idee stiess er bei Schulleiter Thomas Mayer und Schulhausabwart Max Läuchli auf offene Ohren. 19 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen erklärten sich mit dem Einverständnis ihrer Eltern sofort bereit, bei der Übung als Figuranten mitzumachen.
Horn und Arboner zusammen
Angenommen wurde ein Brand bei der Schweissanlage in der Schulhauswerkstatt im Sous-Terrain des Schulhauses an der Feldstrasse. Starker Rauch drang ins Treppenhaus. Die Feuerwehrleute konnten nur mit Atemschutzgeräten ins Innere vordringen. Sofort retteten sie ein verletztes Kind und brachten die anderen Kinder aus der Werkstatt und aus den WC-Anlagen sicher ins Freie.
Die Horner Atemschutz-Einheit wurde dabei unterstützt von einem Zug der Stützpunkt-Feuerwehr Arbon. Markus Graf war mit dem Einsatz der Mannschaft zufrieden. Und auch Schulhausabwart Max Läuchli, der die Übung beobachtete, zog eine positive Bilanz. Markus Graf wird die Erkenntnisse der Übung im Schulhaus der Schulleitung zur Verfügung stellen mit der Absicht, dass diese in ein Sicherheitskonzept der Schule einfliessen werden. Den Kindern hat die Übung sichtlich Spass gemacht. Als Dank für ihren Einsatz erhielt jedes Kind einen Memory-Stick des Feuerwehrverbandes Thurgau.
Auch in Tübach nur Übung
Das Schulhaus Tübach, aus dessen zweitem Stock die Feuerwehr Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse holte, war in seiner über hundertjährigen Geschichte nie von einem Brand betroffen. So wurde die vorausgesagte Übung zum Grossanlass. Viele Kinder, teils fasziniert, teils ängstlich und Erwachsene folgten dem ungewohnten Geschehen. Von den Behörden waren die Gemeinderäte Birgitt Koster Schöb, René Latzer und der aktive Feuerwehrmann Niklaus Stadelmann dabei. Die Feuerwehren Steinach, Horn und Oberteuringen hatten Delegationen entsandt.
Zugführer Philipp Stäuble orientierte: Sechstklässler seien durch einen im Gang ausgebrochenen Brand in einem Schulzimmer eingesperrt. Einige Kinder hätten sich geflüchtet, sich auf dem Weg zum Ausgang verletzt oder eine Rauchvergiftung zugezogen. Einsatzleiter Daniel Köppel löste Alarmstufe I aus. Bald nahten die ersten Feuerwehrleute und Fahrzeuge. Die 25 Feuerwehrleute aus dem Dorf, wo der Bedarf an Nachwuchs gerade so gedeckt werden kann, wurden an diesem Abend durch vier Personen von der Berufsfeuerwehr St. Gallen unterstützt. Ein Löschangriff erfolgte. Kinder wurden mit der Drehleiter aus der Gefahrenzone geholt. Samariterinnen nahmen sich im Josefshaus ihrer an, führten sie nötigenfalls dem Arzt zu. Grossen Wert legten die Verantwortlichen auf die Personenkontrolle, um zu vermeiden, dass nicht jemand im Gebäude zurückgeblieben war. Nach einer halben Stunde war die Übung abgeschlossen. Kommandant Melchior Rüdlinger lobte die Arbeit. Schulpräsident René Latzer zeigte sich über die Arbeit der Feuerwehrleute beeindruckt, war beruhigt, dass es sich nur um eine Übung handelte.