Keine offenen Stellen in Schulen

Nein, winken die Schulsekretärinnen und -sekretäre in der Region Rorschach ab. Offene Stellen gebe es für das nächste Schuljahr keine mehr. Sie hätten frühzeitig und mit entsprechend qualifizierten Lehrkräften besetzt werden können. Mitgeholfen hat dabei in einigen Schulgemeinden auch etwas Glück und die attraktive Lage am Bodensee. «Die Situation erscheint mir nicht so dramatisch, zumindest nicht bei uns.
Wir waren aber in der glücklichen Lage, dass wir vor allem auf der Stufe Kindergarten Stellen besetzen mussten, hier ist es einfacher», sagt Stefan Bolt, Schulsekretär in Rorschach. Wäre eine Stelle in der Oberstufe zu besetzen gewesen, wären sie sicher damit konfrontiert worden, dass besonders auf der Realstufe nur wenige Bewerbungen eingegangen wären. Diese Meinung teilt Felix Rothenberger, Schulsekretär Rorschacherberg. «Wir merken, dass es schwieriger wird, Oberstufenlehrkräfte zu finden. Die Situation wird künftig angespannter.» Schwieriger werde vor allem auch die Suche nach Fachlehrkräften für Handarbeit/Hauswirtschaft.

Weniger Bewerbungen
Zwar gehen auf Stelleninserate insgesamt weniger Bewerbungen ein als auch schon, von einem akuten Lehrermangel ist in der Region aber derzeit nichts zu spüren, zeigen die Erfahrungen der Schulsekretariate. Das entspricht der Situation im Kanton. Eine Umfrage des Bildungsdepartements (siehe Tagblatt vom 10. Juni) hat ergeben, dass auf der Primarstufe fast alle Stellen von qualifiziertem Personal besetzt sind. Ein leichter Mangel bestehe bei qualifizierten Reallehrkräften, heisst es beim Departement. Genaue Prognosen liessen die Umfragedaten nicht zu. Es geht aber davon aus, dass, weil sich in allen Studiengänge an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen mehr Studierende als im Vorjahr eingeschrieben haben, die Stellen auch in der Oberstufe ab 2012 mit ausgebildeten Fachleuten besetzt werden können.

Intern Pensen verteilt
In Goldach konnten gemäss Schulsekretär Stefan Sieber alle offenen Stellen «nach Wunsch» besetzt werden, auch auf der Oberstufe. «Weil wir die Schulkreise zusammenlegen, ist unsere Situation zudem derzeit speziell. Frühere Schulleiter haben mehr Pensen übernommen.»

Auf Realstufe musste Heinz Herzog, Schulratspräsident in Thal, zwei Stellen besetzen. Zwölf Bewerbungen seien eingegangen. «Zuletzt haben uns sogar mehr Lehrkräfte zugesagt, als wir anstellen konnten.» Jemand besitze zwar die Reallehrer-Ausbildung nicht, habe aber bereits auf dieser Stufe gearbeitet. Dass die Suche nach Lehrkräften insgesamt deutlich schwieriger wurde, kann er nicht bestätigen. «Wir hatten auch schon nur zwei Bewerber für eine Stelle. 60 Bewerbungen gehen zwar nicht mehr ein, aber 12 reichen, wenn die richtige Person dabei ist.»

Von einer schwierigen Suche nach Lehrkräften ist auch bei kleineren Schulgemeinden nichts zu spüren. «Wir haben das Glück, dass wir extrem wenige Wechsel im Team haben», sagt Annamarie Lüscher, zuständig für das Schulsekretariat in Untereggen. «Wir benötigen meist nur jemanden für ein kleineres Pensum. Hier können wir auf einen guten Stamm zurückgreifen. Ein Vollpensum hatten wir schon lange nicht mehr zu besetzen.»

Lage am See wird geschätzt
In Tübach war in der Unterstufe ein Pensum im Jobsharing zu besetzen. «Wir konnten unter mehreren Bewerbern auswählen», sagt Cornelia Widmer vom Schulsekretariat. Sie hätten die Stelle nur deshalb zweimal ausgeschrieben, weil die gesuchte Person genau zur Lehrkraft passen muss, mit der sie den Job teilt.

In Steinach suchte Schulleiterin Claudia Schweri jemanden für eine 5. Klasse und für das Fach Englisch im Teamteaching. «Wir hatten eine gute Auswahl», sagt sie. Das zeige ihr, dass Steinach als Arbeitsort attraktiv sei. «Die Nähe zum See, keine allzu grosse Schule, das sind positive Punkte», weiss sie aus den Bewerbungsgesprächen. «Die Lage am See wird sehr geschätzt, viele Lehrkräfte wollen nach Rorschach kommen», sagt auch Stefan Bolt. Nie ein Thema gewesen sei der hohe Ausländeranteil in Rorschach.