Kanton verärgert Gemeindepräsidenten

Das Trottoir an der Schulstrasse in Tübach wird verlängert und soll bis zum Einlenker der neuen Hermetstrasse führen. Der Gemeinderat begrüsst das Projekt, ist aber mit der geplanten Ausführung nicht zufrieden: «Der Kanton will das bestehende Trottoir auf zwei Meter verbreitern», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. «Ein Luxus, den sich der Kanton nicht leisten kann.» Er verstehe nicht, wie einerseits über Geldmangel geklagt, andererseits aber Geld für sinnlose Projekte ausgegeben werde.
Bemühungen untergraben
Fast noch schlimmer findet Götte aber die Tatsache, dass mit einer Verbreiterung des Trottoirs Bemühungen der Gemeinde untergraben werden. «Wir versuchen seit Jahren, mit Hilfe optischer Verengung, die Strasse zu verlangsamen.» Mit einem breiteren Gehweg wirke aber auch die Strasse wieder grösser und Autos kämen wieder viel zu schnell angefahren.
Kreuzen ermöglichen
Laut Kanton seien Trottoirs in der Regel immer zwei Meter breit, da die Kreuzung zweier Kinderwagen oder Rollstühle ermöglicht werden müsse. Darum wolle man auch das Trottoir an der Schulstrasse anpassen. Eine Tatsache, die Götte nicht verstehen kann: «Es sind gerade mal zwanzig Meter, auf denen das Kreuzen nicht möglich ist.» Da sei es kein Problem, kurz zu warten, wenn etwas Grösseres entgegenkomme. «Und im Notfall können die Passanten ja auch auf die andere Strassenseite wechseln.» Dort sei das Trottoir nämlich durchgehend genügend breit. Ausserdem müsse man, um den Abschnitt zu verbreitern, die angrenzende Mauer und den Zaun verschieben. «Ein Aufwand, der sich nicht lohnt.»
Die Baukosten belaufen sich für die Gemeinde auf etwa 42 000 Franken. Dies entspricht 35 Prozent des Gesamtbetrags. Der Entscheid des Kantons steht fest. «Wir haben uns vergeblich gewehrt, möchten das Ganze jetzt aber nicht weiterziehen», sagt Götte.