Jede Menge schlechter Geschmack

Moderator Stefan läuft akustisch zu einer Hochform auf. Lautstark kündigt er die Guggemusig Gassechlöpfer aus Gossau an. «Chömed nöcher, chömed nöcher», ruft er von der Bühne herunter dem Publikum zu und ergänzt: «Chöned auch Bar mit vöre bringe.» Die Stimmung ist schon am früheren Abend gut, und die Fans von Bad-Taste-Parties rücken langsam aber sicher an. Geplant ist am Samstagabend der Auftritt von sieben Guggenmusiken. In der Cafestube wird ein anderer Stil an Musik geboten. Das Duo iMoreez aus Arbon mit Gitarre, dem Cajón, einer Kistentrommel, und Gesang bietet einen speziellen Stil, der eine echte Alternative zum Guggesound ist.
Ohne Diktat der Mode
Bunt präsentieren sich die geschmacklos gekleideten Gäste. Bad-Taste-Parties sind im Trend und gehen fast ein wenig auf Distanz zur herkömmlichen Fasnacht ohne Kartonnasen oder Clownerien. Es sei befreiend, sich entgegen den heute vorgegebenen Empfehlungen in Sachen Mode einen Abend lang amüsieren zu können, heisst es da. Phantasie wurde an den Tag gelegt, und der Griff in den Kleiderschrank ist mancherorts ein voller Erfolg. Neuanschaffungen sind nicht notwendig. Doch steht nicht bei allen die trendige Party fürs Erscheinen im Vordergrund.
Leute kennenlernen
«Ich wohne in Tübach, ich mag diesen Ball. Hier lernt man immer interessante Leute kennen», sagt eine Besucherin. «Ich bin gekommen, weil es einmal etwas anderes ist und man auch die älteren Kleider wieder aus dem Schrank nehmen kann», sagt eine andere junge Frau.
Nach dem Gönnerabend am Freitag zeigte sich Gassärassler-Präsident Peter Stübi am Samstag ziemlich entspannt. Es galt für die Gugger am Freitagabend einen Doppelpart zu meistern, mit Auftritten in der Formation und gleichzeitigem Organisieren. Auf die Frage, weshalb die Fasnacht so früh beginne, antwortet Stübi, dass die fünfte Jahreszeit kalendermässig dieses Jahr früh beginne. Und der Termin der Rasslernacht stehe übrigens schon lange, trotzdem würden etliche weitere gleichartige Feste am selben Termin stattfinden. Fakt ist, dass Guggenmusiken für die Auftritte, verbunden mit Carfahrten und den Kosten in Verbindung mit Bekleidungen, Geld in die Hand nehmen müssen. «Doch diesbezüglich haben wir keine Probleme, wir haben gute Partner», erklärt ein strahlender Rassler-Präsident.