«Hilfe keine Grenzen setzen»

Josef Aeberhard und seine Frau verbrachten schon vor der Vereinsgründung Monate in Indien und arbeiteten in Hilfsorganisationen mit. Beim neuesten Aufenthalt in Andhra besuchte er die meisten der vom Verein betreuten Kinder bei ihren Pflegefamilien oder in der Schule und pflegte mit den Schulleitern Kontakt.

In seinem Bericht erinnert Josef Aeberhard daran, dass der Verein in Andhra vierzig Kinder, meist Waisen oder Halbwaisen, Bildung, Unterkunft und Verpflegung in einem der Schule angegliederten Internat anbietet. Dazu gehören Kleider und Artikel des täglichen Bedarfs.

Harten Schicksalen begegnet
Die Not der Landbevölkerung steigt ständig und die Zahl der Suizidfälle unter indischen Bauern ist gross. Weder staatliche noch private Organisationen vor Ort nehmen sich der von der Not besonders betroffenen Kinder an. Oft geschieht es Leuten von SolidarAndhra, dass bei einem Besuch für ein Problem eine Lösung angeboten werden kann, dass sie aber gleich mit zwei oder drei neuen konfrontiert werden.

Die Verarbeitung harter Schicksale, welche einem während eines solchen Besuches begegnen, bereitet mehr Mühe als der tagelange «Ritt» auf dem Motorrad durchs unwegsame Gebiet. So lernte Josef Aeberhard einen Fünftklässler kennen, der zusammen mit einem jüngeren Bruder bei der Grossmutter lebt, nachdem die Eltern ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hatten. Ungebeugt sorgt die ältere Frau, welche den Besuch in ihrer Lambardi-Tracht empfing, liebevoll für die beiden Buben, während sich SolidarAndhra um die materielle Seite kümmert.

Not macht mehr Hilfe nötig
Solche und ähnliche Begegnungen machen deutlich, dass die Unterstützung durch SolidarAndhra mehr denn je nötig ist. «Unsere Hilfe darf nur dort eine Grenze finden, wo uns finanzielle Mittel dazu zwingen», stellt der Vereinspräsident deshalb fest. Er ist darum dankbar, dass die Idee von SolidarAndhra nicht allein von den 35 Vereinsmitgliedern, sondern von vielen weitern Sponsoren (Private, Firmen, Kirchgemeinden und Vereine) finanziell mitgetragen wird, und hofft auf weitere solche Mitträger.