Gute Noten für die Schule

tübach. Die Kinder gehen gerne in die Schule und fühlen sich dort wohl. Und die Lehrkräfte sind engagiert und erteilen einen guten Unterricht. Zu dieser Beurteilung kommt die Pädagogische Hochschule St. Gallen in ihrer Evaluation.
Andrea sterchi
Rund 20 Schulen beurteilt die Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG) in Rorschach im Auftrag des Kantons für ihr Pilotprojekt «Fremdevaluation». Als Bruno Gschwend, Schulpräsident in Tübach, an einer Tagung von diesem Projekt hört, schlägt er der Schulkommission vor, sich zu bewerben. «Ich bin durchwegs auf positives Echo gestossen», sagt er. Gefreut hat ihn, dass auch die Lehrkräfte das Vorhaben unterstützt haben. «Zumal die Evaluation nicht ohne Aufwand für sie durchgeführt werden konnte.»
Unterlagen, Fragebogen, Besuch
Für die Beurteilung musste die Schule Tübach ein umfangreiches Dossier mit einem Kurzbeschrieb der Schule und diversen weiteren Unterlagen einreichen. Das Team der PHSG befragte daraufhin alle, die mit der Schule zu tun haben, von den Kindern bis zu den Eltern, und besuchte den Unterricht. Ziel der Evaluation ist es, die Schule als Gesamtes zu Beurteilen und aufzuzeigen, wo die Stärken liegen und wo noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist.
Ergeben hat sie, dass die Schule Tübach für die Kinder «ein idealer Ort zum Lernen» mit einem sehr guten Ruf ist. Die Beziehungen unter den Schülern und zu den Lehrkräften sowie zwischen diesen, den Eltern und der Schulleitung bewertet die PHSG ebenfalls als sehr gut. «Der Kontakt zueinander ist gut, auch die Informationen laufen gut», der Schulpräsident. Den Lehrkräften attestiert die PHSG viel Engagement, dass sie ihre Arbeit ernst nehmen und einen guten Unterricht erteilen. Diese Beurteilungen freuen Gschwend. «Sie zeigen, dass die Kinder gerne zur Schule gehen, sich dort wohl fühlen und eine hohe Sozialkompetenz erwerben. Das ist ja unser Kerngeschäft.»
Die PHSG zeigt in ihrer Evaluation einige Punkte auf, in denen sich die Schule noch steigern kann. Sie empfiehlt, dass, weil die Sozialkompetenz so gefördert wird, verstärkt auf die Gleichwertigkeit der drei Kompetenzbereiche – Sozial-, Selbst- und Sachkompetenz – Wert gelegt wird. Potenzial sieht die PHSG in einer besseren Nutzung der vorhandenen Ressourcen im Lehrerteam. «Wir müssen stärker auf eine gemeinsame pädagogische Ausrichtung achten», meint Gschwend.
Eigene Fragen gestellt
Auf Wunsch der Schulbehörde beurteilte die PHSG zwei Zusatzfragen. Zum einen die Vorbereitung auf die Oberstufe, zum andern die Schulwegsicherheit. «Von der Mittel- in die Oberstufe ist es ein grosser Schritt. Die Kinder müssen sich in kurzer Zeit neu zurechtfinden und gleichzeitig Leistung bringen. Wie könnte die Vorbereitung intensiviert werden?», will Gschwend wissen. Zwar ist sie gemäss der PHSG entwicklungsfähig, konkrete Empfehlungen gibt sie aber nicht wegen ungenügender Daten.
Die Schulwegsicherheit ist grundsätzlich gut. Einziger kritischer Punkt ist der Übergang an der Schulstrasse. «Er beschäftigt Schulkommission, Schulleitung und Eltern immer wieder», sagt Gschwend. Mit den Blockzeiten müsse noch eine Lösung gefunden werden, da dann die Kindergartenlehrkräfte die Kinder, die erst in die zweite Stunde kommen, nicht begleiten können.
Keine Überraschung
Mit der Bewertung der PHSG ist er zufrieden. «Eine Überraschung brachte sie nicht. Doch es ist gut zu wissen, dass das eigene, subjektive Bild mit dem eines objektiven Aussenstehenden übereinstimmt.» Zusammen mit dem neuen Schulleiter wird die Schulkommission darangehen, die Empfehlungen umzusetzen.