Gnadenfrist für Postautolinie

RORSCHACH–TÜBACH–ARBON. Auf dieser Route statt wie vorher am See fährt das Postauto zwischen Rorschach und Arbon seit Dezember 2007. Wie im öffentlichen Verkehr üblich, ist es ein dreijähriger Versuch, hier mit Beiträgen von Gemeinden und Kantonen. Dieser wird beim Fahrplanwechsel 2010 ablaufen.

Aufgrund der Passagierzahlen ist die Linie oder mindestens die Anzahl Kurse gefährdet. Das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen ist jedoch bereit, sie als Übergangslösung weiterzuführen bis 2013 – neu nicht mehr als Versuch, sondern als übliche, aus dem Pool für öffentlichen Verkehr mitfinanzierte Linie. Das teilt der Gemeinderat Tübach mit. Diese Linie führte ursprünglich ab Goldach über Tübach–Horn–Steinach und bot besonders auch Anschluss an Bahn und Buslinien in Goldach und Arbon. Diese Funktion fiel zum grossen Teil weg, weil inzwischen direkte Postautos nach St. Gallen verkehren und die Bahn auch in Steinach hält. Nun erschliesst die Linie mit Schlaufen Betriebe und Institutionen in Rorschach-Goldach und Arbon sowie neu Obersteinach.

Angebot nach unten angepasst
Im ersten Halbjahr beurteilte Postauto Ostschweiz die Benützung durch 200 Passagiere je Werktag als positiv. Doch statt weiter zu steigen, stagnierte die Frequenz dann. Die letzte Verbindung wurde gestrichen; es blieben 190 Passagiere. An Sonntagen kamen nur etwa 50, weshalb dieses Angebot ganz gestrichen wurde.

Warten auf S-Bahn und Bus 2013
Für Beiträge aus dem öV-Pool müssten werktags 280 Fahrgäste erreicht werden. Das ist nicht in Sicht. Trotzdem will das Amt die Linie vorerst belassen, grundsätzlich weiterhin mit Stundentakt an Werktagen und Zweistundentakt an Samstagen. Denn mit S-Bahn-Konzept für mehr Züge nach Rorschach, Anpassungen bei Postauto und Seebus sowie Plänen für einen Stadtbus in Arbon soll sich 2013 der öV in der Region spürbar ändern. Bis dahin wird nichts Grösseres veranlasst, das dann möglicherweise bereits wieder geändert werden müsste.