Gilde-Kronen für den Sterne-Wirt

«Wir sind stolz auf unser kulinarisches Flaggschiff», sagt Tübachs Gemeindepräsident Michael Götte bei der Verleihung der Gilde-Auszeichnung an Gaby und Jacques Neher und ergänzt, dass das Dorf ohne «Löwen» nicht mehr vorstellbar sei. Sichtbar gerührt über so viel Anerkennung und Applaus nehmen die «Löwen»-Gastgeber Gilde-Tafel und Komplimente entgegen. Regional-Ambassador Christian Birchmeier freut sich in Namen der Gilde etablierter Schweizer Gastronomen, zwei engagierte Berufsleute in die Vereinigung aufnehmen zu können, die ihren «Fähigkeitsausweis in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen haben».
Gepflegte Tischkultur
Kompetente und kreative Kochkunst kann im Tübacher «Löwen» schon seit über zwölf Jahren genossen werden. Erst 2011 haben die Tester des Gault-Millau das gehobene Speiserestaurant «entdeckt». Zuvor war die Küche des Montafoners vom Gastroführer für Gourmets hartnäckig ignoriert worden. Der Einstieg erfolgte dafür umso fulminanter, nämlich von null auf vierzehn Punkte. Für seine «Kompetenz und Kreativität» erhielt Jacques Neher das Prädikat «Sehr gute Küche».
Die Aufnahme in die Gilde verleiht dem «Löwen» nun neben dem Sterne-Glanz sozusagen die Krönung. Als Vier-Kronen-Betrieb ausgezeichnet, garantiert der «Löwen» seinen Gästen eine detailliert ausgebaute Serviceleistung sowie eine exquisite und beispielhafte Küche. Im Gegensatz zum Gault-Millau, der vor allem die Kochkunst unter die Lupe nimmt, finden in der Bewertung durch die Gilde auch Service und Ambiente entsprechendes Gewicht. «Von einem Vier-Kronen-Betrieb kann der Gast auch etwas erwarten», sagt Gaby Neher, charmante Gastgeberin im «Löwen». Christian Birchmeier pflichtet ihr bei: «Der Besuch eines Gilde-Restaurants soll für den Gast ein kulinarisches und gesellschaftliches Ereignis sein.» Ab drei Kronen erwarten die Gilde-Kriterien beispielsweise, «dass der Gast empfangen und plaziert wird. Stoff-Tischwäsche ist selbstverständlich. Brotteller und ein Amuse-bouche gehören zum Angebot. Ab vier Kronen sollte zu 95 Prozent alles hausgemacht sein.» Eine Auszeichnung der Gilde erhalten zudem nur ausgewiesene Köche, die zugleich Inhaber eines gastronomischen Betriebes sind und diesen bereits seit zwei Jahren führen. «Für uns ist es eine schöne Auszeichnung dafür, dass wir unsere Sache über Jahre hinaus konstant gut gemacht haben», sagt dazu Jacques Neher.
In der Ausbildung engagiert
Das Engagement Nehers bei der Ausbildung von angehenden Köchen hat laut Birchmeier bei der Aufnahme in die Gilde ebenfalls eine Rolle gespielt. Als Lehrmeister, Prüfungsexperte und Präsident der Hotel & Gastro Formation St. Gallen prägt der «Löwen»-Wirt die Qualität der gastgewerblichen Berufsausbildung hierzulande entscheidend mit. Qualität ist es auch, die ihn weiterhin antreiben wird. Egal, ob nun Gault-Millau-Sterne oder Gilden-Kronen, von seinem eigenen Anspruch wird sich Jacques Neher auch in Zukunft nicht abbringen lassen: «Der Inhalt des Tellers ist wichtiger als Punkte».