Fulminanter Sterne-Einstieg

Die «kompetente und äusserst kreative Kochkunst von Jacques Neher», wie es nun von Gault-Millau-Testern im Lifestyle-Dossier der «Schweizer Illustrierten» beschrieben wird, kann im Tübacher «Löwen» schon seit zehn Jahren genossen werden. Ebenso lange wurde der 49jährige Montafoner allerdings vom Gastroführer für Gourmets hartnäckig ignoriert. «Sollten tatsächlich gute Restaurants nicht erwähnt werden, so wäre dies bedauernswert, und wir würden versuchen, dies zu korrigieren», sagte Urs Heller, Chefredaktor von Gault Millau Schweiz, im vergangenen Herbst darauf angesprochen, weshalb in der neuen Ausgabe erneut Betriebe mit bekannt guter Küche aus der Region Rorschach keine Punkte erhalten haben.
Kompliment vom Weltmeister
Heller hat schneller als erwartet Wort gehalten und seine gelernten Feinschmecker in die Ostschweiz entsandt. Das Urteil darf sich mehr als sehen lassen und fällt durchwegs positiv aus. Das hauchdünne Rindscarpaccio, mit einer Belper Knolle raffiniert abgerundet, wird als «köstlich» eingestuft, das Trüffelsüppchen als «wunderbar und kräftig» bezeichnet, während die Tester «von der erstklassigen Qualität des Rindsfilet-Medaillons, perfekt saignant gebraten», schlicht begeistert sind. Was allerdings nicht weiter erstaunt, denn für Fleisch oder Fisch ist Jacques Neher in der «Löwen»-Küche persönlich verantwortlich; diese Pfannen gibt der Chef nicht aus der Hand.
Vom Bericht der Gault-Millau-Tester im Magazin von Ringier, wo auch der Gastroführer verlegt wird, hat Neher als erstes vom Schweizer Koch-Weltmeister Rolf Büchli erfahren, der ihm per SMS zur hervorragenden Bewertung (14 Punkte; sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet) gratulierte. Im sogleich am Kiosk gekauften Heft überzeugte er sich dann selber. Auch wenn sich Jacques Neher in der heimischen Gastroszene längst etabliert hat und in der Vergangenheit auch ohne Gault-Millau-Punkte von Berufskollegen als einer der besten Köche der Region taxiert wird, so freut er sich über die Erwähnung im Gastroführer, die er als Bestätigung für die Kontinuität in der «Löwen»-Küche bezeichnet.
Kein Griff nach den Sternen
«Eine beständig hohe Qualität in der Küche ist enorm wichtig», sagt Neher denn auch. Dies sei auch der Grund dafür, weshalb er zu 99 Prozent selber in der Küche anwesend sei. Auch für dieses zeitlich hohe Engagement wird er nun belohnt: «Die Bestätigung unserer gastronomischen Qualität ist für uns eine grosse Motivation, auf dem bisherigen Niveau weiterzuarbeiten.» Auch wenn nur wenig fehlt, um in noch höhere Beurteilungs-Sphären zu gelangen; auch mit Gault-Millau-Punkten versehen, will sich Neher nicht von seiner Linie «Der Tellerinhalt ist wichtiger als Punkte» abbringen lassen. «Für einen kleinen Betrieb ist es ausserdem nicht einfach. Wenn Lehrlinge abgeschlossen haben, fangen wir wieder von vorne an. Daher bin ich zufrieden, wenn wir den bis anhin erarbeiteten Level halten können», so Neher, der vor seinem Engagement im «Löwen» dem Restaurant Schlössli am Spisertor in St. Gallen zu Gault-Millau-Punkten verholfen hat und als Präsident der Hotel & Gastro formation St. Gallen die Qualität der gastgewerblichen Berufsausbildung hierzulande entscheidend mitprägt.
Perfekte Gastgeberin
Die Erwähnung im Gault Millau macht sich aber nicht nur emotional bemerkbar, räumt Neher ein. Seit der Publikation Anfang April haben bereits Gäste aus Zürich und Zug den Weg in den «Löwen» gefunden. Und dass der Erfolg nicht nur sein Verdienst ist, weiss nicht nur Neher. «Für seine Kochkünste und seine Kreativität bekommt Jacques Neher die Punkte, für den aufgestellten und kompetenten Service geben wir Gabj Neher ein grosses Kompliment», schreiben die Testesser.

Nachzulesen ist der Bericht der Gault-Millau-Tester auf ww.schweizer-illustrierte.ch/restaurantfuehrer