Fassade stört Gegner nicht

Bevor dieser Tage die Abstimmungsunterlagen zur Änderung des Teilzonenplans versandt werden, lud die Gemeinde zu einem Informationsabend, bei dem die Befürworter und die Gegner des Hotelprojekts «The Wall» zu Wort kommen sollten.

Attraktivität steigern
Zu Beginn nannte Bauherr Bruno Rutishauser zehn seiner Meinung nach gute Gründe, weshalb die Stimmberechtigten am 17. Mai ein Ja in die Urne legen sollten: Weil ein Hotel die Attraktivität der Sportanlage steigern würde. Weil in der Region moderne und günstige Übernachtungsmöglichkeiten fehlen. Weil der Neubau Investitionen über mehr als 20 Millionen Franken auslöse und 20 neue Arbeitsplätze schaffe. Weil der Zweckverband Kellen, die benachbarten Gemeinden, zahlreiche Unternehmen und St. Gallen-Bodensee Tourismus das Projekt begrüssen würden. Weil Tübach mit diesem touristischen Angebot weit über die Region bekannt werde. Und weil ein Sporthotel der richtige Bau am richtigen Ort sei. Mit diesen Argumenten überhaupt nicht einverstanden ist der Mitunterzeichner des Referendums, Kurt Artho, der seine Ausführungen mit Frühlingsbildern des Kellen-Geländes untermalte: «Es kann doch nicht sein, dass wir diese herrliche Landschaft mit einem 100 Meter langen Koloss verunstalten.» Nein, man stosse sich nicht an der Steinfassade, sondern das Projekt sei grundsätzlich zu gross und passe absolut nicht ins Gelände. Zudem finde er 50 Franken für ein Hotelbett im Viererzimmer viel zu teuer. Um preiswerte Unterkünfte zu schaffen, sollte man eine Erweiterung der bestehenden Gebäulichkeiten ins Auge fassen. Geschäftsleute und Kongressteilnehmer seien in der Kellen als Hotelgäste ohnehin fehl am Platz, und Touristen würden sich lieber näher am See aufhalten. Ganz abgesehen von der zu erwartenden Verkehrszunahme. Um das zu verhindern, gebe es am 17. Mai nur eine Lösung: ein Nein in die Urne legen.

Umstrittene Gesprächsleitung
Kommunikationsprofi Sven Bradke, der souverän durch den Abend führte, gab zu, ein Mandat des Ja-Komitees zu bekleiden. Was von der Gegenseite scharf kritisiert wurde, obwohl Bradke seine Gesinnung nicht durchblicken liess. Als dann mit den Gemeindepräsidenten Michael Götte (Tübach) und Thomas Würth (Goldach) zwei weitere Befürworter auf dem Podium Platz nehmen durften, wehrten sich die Hotelgegner lautstark und verlangten eine ausgewogene Gesprächsrunde, worauf Thomas Bauer ebenfalls nach vorne gebeten wurde. «Es wäre doch viel gescheiter, dieses Hotel am See zu bauen», argumentierte er, «zum Beispiel in Goldach zwischen Villa und Freibad. Oder auf einem brachliegenden Fabrikgelände in Horn.» Götte liess klar durchblicken, dass der Gemeinderat das Hotel in Tübach haben möchte: «Für uns gibt es nur Vorteile, und das Hotel wäre vom Dorfkern aus ja gar nicht zu sehen. Auch einen Mehrverkehr werden wir nicht spüren, da die Erschliessung von der St. Gallerstrasse erfolgen würde.» Bei einem Ja zur Zonenplanänderung werde für die Gegner die Welt zwar nicht untergehen, sagte Kurt Artho, «aber für Tübach täte es mir leid». Und bei einem Nein? «Dann wäre das Projekt gestorben», sagte Bruno Rutishauser, «aber für Tübach täte es mir leid.»

Fassade stört Gegner nicht

Bevor dieser Tage die Abstimmungsunterlagen zur Änderung des Teilzonenplans versandt werden, lud die Gemeinde zu einem Informationsabend, bei dem die Befürworter und die Gegner des Hotelprojekts «The Wall» zu Wort kommen sollten.

Attraktivität steigern
Zu Beginn nannte Bauherr Bruno Rutishauser zehn seiner Meinung nach gute Gründe, weshalb die Stimmberechtigten am 17. Mai ein Ja in die Urne legen sollten: Weil ein Hotel die Attraktivität der Sportanlage steigern würde. Weil in der Region moderne und günstige Übernachtungsmöglichkeiten fehlen. Weil der Neubau Investitionen über mehr als 20 Millionen Franken auslöse und 20 neue Arbeitsplätze schaffe. Weil der Zweckverband Kellen, die benachbarten Gemeinden, zahlreiche Unternehmen und St. Gallen-Bodensee Tourismus das Projekt begrüssen würden. Weil Tübach mit diesem touristischen Angebot weit über die Region bekannt werde. Und weil ein Sporthotel der richtige Bau am richtigen Ort sei. Mit diesen Argumenten überhaupt nicht einverstanden ist der Mitunterzeichner des Referendums, Kurt Artho, der seine Ausführungen mit Frühlingsbildern des Kellen-Geländes untermalte: «Es kann doch nicht sein, dass wir diese herrliche Landschaft mit einem 100 Meter langen Koloss verunstalten.» Nein, man stosse sich nicht an der Steinfassade, sondern das Projekt sei grundsätzlich zu gross und passe absolut nicht ins Gelände. Zudem finde er 50 Franken für ein Hotelbett im Viererzimmer viel zu teuer. Um preiswerte Unterkünfte zu schaffen, sollte man eine Erweiterung der bestehenden Gebäulichkeiten ins Auge fassen. Geschäftsleute und Kongressteilnehmer seien in der Kellen als Hotelgäste ohnehin fehl am Platz, und Touristen würden sich lieber näher am See aufhalten. Ganz abgesehen von der zu erwartenden Verkehrszunahme. Um das zu verhindern, gebe es am 17. Mai nur eine Lösung: ein Nein in die Urne legen.

Umstrittene Gesprächsleitung
Kommunikationsprofi Sven Bradke, der souverän durch den Abend führte, gab zu, ein Mandat des Ja-Komitees zu bekleiden. Was von der Gegenseite scharf kritisiert wurde, obwohl Bradke seine Gesinnung nicht durchblicken liess. Als dann mit den Gemeindepräsidenten Michael Götte (Tübach) und Thomas Würth (Goldach) zwei weitere Befürworter auf dem Podium Platz nehmen durften, wehrten sich die Hotelgegner lautstark und verlangten eine ausgewogene Gesprächsrunde, worauf Thomas Bauer ebenfalls nach vorne gebeten wurde. «Es wäre doch viel gescheiter, dieses Hotel am See zu bauen», argumentierte er, «zum Beispiel in Goldach zwischen Villa und Freibad. Oder auf einem brachliegenden Fabrikgelände in Horn.» Götte liess klar durchblicken, dass der Gemeinderat das Hotel in Tübach haben möchte: «Für uns gibt es nur Vorteile, und das Hotel wäre vom Dorfkern aus ja gar nicht zu sehen. Auch einen Mehrverkehr werden wir nicht spüren, da die Erschliessung von der St. Gallerstrasse erfolgen würde.» Bei einem Ja zur Zonenplanänderung werde für die Gegner die Welt zwar nicht untergehen, sagte Kurt Artho, «aber für Tübach täte es mir leid». Und bei einem Nein? «Dann wäre das Projekt gestorben», sagte Bruno Rutishauser, «aber für Tübach täte es mir leid.»