Fachstelle lässt auf sich warten

Seit Ende 2011 ist die regionale Entsorgungsfachstelle in Rorschach geschlossen. Business House hatte als Betreiberin den Vertrag mit den Gemeinden Rorschach, Goldach, Rorschacherberg und Tübach gekündigt (Tagblatt 24.11.2012). Seither wird immer wieder der Ruf nach einer neuen regionalen Entsorgungsstelle laut. Und immer wieder wird moniert, dass die Bevölkerung vertröstet werde. Hinter den Kulissen hat sich aber bereits etwas getan. So zum Beispiel wurde die Federführung für die Realisierung einer neuen Entsorgungsfachstelle der A-Region übertragen. An der Delegiertenversammlung im Mai haben die Delegierten Ja gesagt zum Antrag, dass die A-Region in den Kehrichtkreisen regionale Entsorgungsfachstellen in eigener Regie oder zusammen mit Dritten aufbauen und betreiben kann. Und Geschäftsführer Thomas Huber sagt, die Realisierung einer Entsorgungsfachstelle in der Region Rorschach sei bis anhin nicht am Willen, sondern an der Standortfrage gescheitert.
Sich längerfristig einrichten
Der Standort: Ideal wäre ein solcher in einem Gewerbe- oder Industriegebiet, sagt Thomas Huber. Ein Standort mit einer guten Zufahrt, mit genügend Parkplätzen, zentral gelegen und natürlich auch bezahlbar. Und ein Ort, der in den nächsten Jahren nicht anderweitig beansprucht wird. Denn: «Richten wir eine solche Entsorgungsstelle ein, wollen wir das für längere Zeit tun.»
Was ist denn mit dem ehemaligen Standort beim Business House an der Säntisstrasse in Rorschach? Huber winkt ab. Wegen des zu erwartenden Verkehrs und der fehlenden Parkplätze komme dieser Ort eher weniger in Frage. Er sagt aber auch, dass der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller in Kontakt sei mit Besitzern von anderen möglichen Standorten. Müller bestätigt dies. Vom Besitzer eines möglichen Standortes habe er eine Absage erhalten. Ein weiterer Landeigentümer habe sich noch nicht entschieden. Müller gibt sich zuversichtlich. Er erwarte eher ein Ja denn ein Nein. Und sollte Letzteres eintreffen, so habe er noch eine weitere Option.
Geduld ist gefragt
Es wird also noch etwas dauern, bis in der Seeregion wieder eine regionale Entsorgungsfachstelle eröffnet werden kann, die Bevölkerung dort Recyclinggüter wie zum Beispiel Papier, Batterien, Glas, Metall kostenlos entsorgen oder unter anderem Grüngut, Holz, Inertstoffe, Pneus, Sperrgutmöbel gegen eine Gebühr abgeben kann. Thomas Huber sagt rückblickend, dass er im vergangenen September noch optimistisch gewesen sei, innerhalb eines Jahres das Projekt umsetzen zu können. Diese Hoffnungen haben sich zerschlagen. Ist aber einmal ein Standort gefunden, könnte die Stelle nach Aussage von Huber innerhalb von drei Viertel Jahren eingerichtet werden. Und wer soll sie betreiben? Ob die A-Region die Stelle in eigener Regie oder zusammen mit Dritten betreiben wird, das sei noch offen, sagt Huber und fügt hinzu, dass der Vorstand der A-Region die Führung mit eigenem Personal oder durch eine Sozialinstitution favorisiere. Eine Privatisierung müsste näher geprüft werden und hänge stark von den Rahmenbedingungen ab.
Die Erste, aber nicht die Letzte
Im Gutachten an die Delegiertenversammlung werden drei Ziele formuliert, welche die A-Region mit dem Betrieb von Entsorgungsfachstellen anpeilt: Für die Bevölkerung einen Ort schaffen, wo sie alle Abfälle und Wertstoffe entsorgen kann. Dann könnten dank solcher Stellen die Gemeinden ihr heutiges Angebot in den Werkhöfen und Bauämtern reduzieren oder gar aufheben. Und schliesslich könnte die A-Region dank des neuen Geschäftsfeldes Entsorgungsfachstelle an Know-how und Einfluss gewinnen. Für Thomas Huber gute Gründe für ein Engagement der A-Region in Sachen Entsorgungsfachstellen. Jene in der Seeregion wäre für die A-Region die erste. Dürfte aber wohl nicht die letzte sein.