Facelifting für den Dorfbach

Normalerweise ist die Luft am Dorfbach an einem Frühlingstag wie diesem Samstag erfüllt von Vogelgezwitscher und dem leisen Plätschern des Wassers. Stattdessen ist immer wieder das Knattern von Kettensägen zu hören, die sich ins Holz fressen, dazwischen knacken Äste, hie und da ertönt ein schnaufendes Lachen vom steilen Bachbord.
Knapp an Überflutung vorbei
Rund dreissig gutgelaunte Freiwillige, die meisten Anstösserinnen und Anstösser, befreien das Bord von dornigem Gebüsch und Sträuchern. In drei Teams verpassen sie dem Bach von der Mündung bis hinauf ins Saxholz ein neues Gesicht. Dies geschieht aber nicht nur aus ästhetischen, sondern vor allem aus Sicherheitsgründen. «Wenn der Bach viel Wasser führt, verstopft das Gehölz den Abfluss, besonders vor den Brücken», erklärt Bausekretär Marcel Helfenberger, der die Aktion mit dem Initianten-Duo Kurt Mäder und Barbara Mazzaro auf die Beine gestellt hat. Die Idee fand sofort Anklang, zumal die Arbeiten dringend nötig waren. «Erst im vergangenen Juli schrammten wir knapp an einer Überflutung vorbei», sagt er.
Arbeit macht trotz Dornen Spass
Bis zur Erstellung der Bachverbauung im Jahr 1978 war der Häftlibach regelmässig über die Ufer getreten und hatte Keller geflutet. Seither hat es in Tübach zwar keine grösseren Schäden mehr gegeben, aber das Gehölz hat sich im Lauf der Jahre beträchtlich vermehrt: Satte 2,5 Tonnen Material entfernen die Helfer aus dem Bachbord – und dies nachdem Anfang Jahr bereits die gröbsten Hindernisse maschinell aus dem Weg geräumt worden waren.
Trotz der vielen Arbeit herrscht dem Bach entlang beste Laune. «Es macht richtig Spass, trotz der ekligen Brombeerbüsche», sagt Erika Klenke, die soeben mit Dominik Granwehr schwungvoll einen grossen Ast über den Hang befördert. Für beide ist das Mithelfen selbstverständlich. «Das gehört zum Dorfleben. Die Aktion nützt uns ja allen etwas», sagt Klenke und hievt ein weiteres Bündel Äste auf ihre Arme.