Es geht auch ohne Kameras

Unruhestifter sorgten im vergangenen November für Chaos in Tübach. Sie schmissen Baustellenmaterial und einen Grüngutbehälter in den Häftlibach, besprühten Wände und Böden zweier Neubauten im Hermet mit Farbe und randalierten in der Herrentoilette des Mehrzweckgebäudes. Das alles innerhalb nur weniger Tage. Der Gemeinderat griff daraufhin zu einem ungewöhnlichen Mittel: Im Mitteilungsblatt bat er die Bevölkerung um Hinweise, um die Täter identifizieren zu können.
Mit Erfolg: Zumindest ein Fall konnte inzwischen geklärt werden. Mehrere Jugendliche haben zugegeben, an der Aktion beim Häftlibach beteiligt gewesen zu sein.
Kameras kein Thema in Tübach
Die Jugendlichen mussten beim Gemeindepräsidenten persönlich zu einer Standpauke antraben. «Ich habe sie an einem Samstagmorgen in mein Büro zitiert und ein paar deutliche Worte an sie gerichtet», sagt Michael Götte. Von einer Strafanzeige habe man jedoch abgesehen. «Es handelte sich nicht um eine schwere Tat. Es ging uns in erster Linie darum, dass in der Gemeinde rasch wieder Ruhe einkehrt.» Ungeschoren kommen die jungen Tübacher trotzdem nicht davon: Im Frühling werden sie für Arbeiten auf dem Werkhof erscheinen müssen.
Für Götte ist die Sache damit erledigt. Von erhöhten Sicherheitsmassnahmen in Form von Videoüberwachung will er vorerst nichts wissen. «Solange solche Vorfälle nicht zunehmen, brauchen wir in unserer Gemeinde keine Kameras», sagt er. Sollte sich die Situation einmal ändern, könne es jedoch zum Thema werden.
Mehr Prävention in Steinach
Auch Steinach hat in der Vergangenheit Erfahrungen mit Vandalismus machen müssen. Etwa zur selben Zeit, als in Tübach gewütet wurde, setzten Unbekannte hinter dem Kindergarten Kirchweg eine Palisade in Brand. Dank der schnellen Reaktion einer Passantin konnte das Feuer gelöscht und Schlimmeres verhindert werden. Die Täter sind bis heute nicht gefasst.
Videokameras stehen jedoch auch in Steinach nicht zur Diskussion. «Wir wollen im Kampf gegen Vandalismus vor allem auf Prävention setzen», sagt Schulleiter Michael Litscher. Seit kurzem profitiert die Gemeinde von einer Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendarbeit Arbon. Diese ist seit Beginn des Jahres mit 40 Stellenprozenten auch in Steinach tätig. «Die Zusammenarbeit dient als Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot», sagt Litscher. Die Kinder- und Jugendarbeit Arbon übernehme dabei vor allem auch eine beratende Funktion.
Videoüberwachung in Goldach
Anders als in Tübach und Steinach sind in Goldach schon länger Kameras im Einsatz. Dies nachdem im April 2011 Unbekannte in der Gemeinde durch mutwillige Sachbeschädigung einen Schaden von 30 000 Franken angerichtet hatten. Drei Monate nach dem Vorfall beschloss der Gemeinderat, zwei Überwachungskameras beim Schulhaus Bachfeld zu installieren. Seitdem herrscht Ruhe. «Es haben sich seitdem keine Vorfälle dieser Art mehr ereignet», sagt Gemeinderatsschreiber Richard Falk.
Selbst die anfänglichen Befürchtungen, das Problem würde sich durch die Installation der Kameras nur verlagern, hätten sich glücklicherweise nicht bestätigt.
Der Situation Sorge tragen
Gemäss Falk dienen die Kameras vor allem einem präventiven Zweck. «Wir wollen damit keine Straftaten aufklären, sondern solche verhindern», sagt er. Deshalb seien die Kameras auch nicht versteckt, sondern bewusst auffällig und gut sichtbar positioniert.
Doch nicht nur Kameras hätten zur positiven Entwicklung in Goldach beigetragen, sagt Richard Falk. «Das Zusammenspiel zwischen Gemeinde, Schule, Eltern und mobiler Jugendarbeit funktioniert tadellos.» Nun sei es wichtig, der aktuellen Situation Sorge zu tragen.