Einmal tief, einmal hart

Der Vergänglichkeit entfliehen und damit der Ewigkeit ein Stück näher kommen: Das Ziel von Soda ist unmissverständlich. Erreichen will es das St. Galler Electro-Duo mit zwei separaten EPs, die am 6. Juni digital erscheinen und am «Musig uf de Gass» vorgestellt werden. Die beiden Werke sind musikalisch verschieden und transportieren verschiedene Stimmungen. Während «Escaping The Transience» mit viel Tiefe und Dynamik besticht und epischer ist, klingt «Road To Eternity» härter und direkter. Schon bald habe sich herauskristallisiert, dass sich die Tracks nicht zu einer Platte verbinden lassen würden: «Wir fanden keinen richtigen Fluss. Statt etwas zu vereinen, das nicht zueinander gehört, haben wir uns entschlossen, zwei separate Scheiben daraus zu machen», sagt Manuel Löpfe.
Musikalische Geschwister
Was andere zusammengeführt und als Vielfältigkeit ausgelegt hätten, fanden Soda zu willkürlich. «Wir können so noch besser zeigen, dass unsere Musik stilistisch breit ist, ohne sie zu verwässern», sagt Löpfe. Das Resultat sind zwei musikalische Geschwister, die sich aufs erste Hinhören zwar unterscheiden, denen man aber anmerkt, dass sie von den gleichen Eltern stammen.
Gerade mal ein Jahr ist es her, seit Soda ihren Erstling «Can» veröffentlicht haben. Der Schritt, den die beiden Mittzwanziger zwischen dem Début und den beiden EPs machen, ist dennoch gross.
Neues aus dem Moment heraus
Die Musik hat mehr Substanz, ist runder, detaillierter, organischer und klingt schlichtweg gewachsener. Das habe vor allem damit zu tun, dass sie ihr Studio in Goldach seither ausgebaut haben und so viel intuitiver und kreativer arbeiten könnten. «Gerade letzte Woche haben wir bis tief in die Nacht hinein gejammt und in eineinhalb Stunden das Gerüst eines neuen Songs konstruiert. Das wäre früher nicht möglich gewesen», erzählt Pascal Glatz. Ging es früher eher darum, aus vorgefertigten Ideen fertige Songs zu entwickeln, könnten sie jetzt aus dem Moment heraus Neues erschaffen. «Mit <Can> konnten wir ein erstes Kapitel unserer Geschichte abschliessen. Es war eine Momentaufnahme. Das sollen die neuen Tracks auch sein. Aus diesem Grund wollten wir nicht einfach die eine EP zu einem Album ausbauen und die andere versauern lassen, sondern beide jetzt veröffentlichen», sagt Glatz. Ausserdem hemme es die Kreativität, wenn man in eine bestimmte Richtung arbeiten und den Ideen nicht freien Lauf lassen könne.
Loslassen, um weiterzukommen
2002 begannen die beiden Tübacher, die sich seit der Kindheit kennen, zusammen Musik zu machen. Über Hip-Hop, Trip-Hop und Ambient gelangte das Duo schliesslich zum Electro. «Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, können wir nicht ewig auf den Sachen sitzen bleiben», so Löpfe.
Die Musik sei ihre Leidenschaft, sagen die beiden Musiker. Doch noch betreiben sie sie nur als Hobby: «Wir machen es zwar möglichst professionell, aber in erster Linie aus Spass. Alles andere ist schön, aber nicht der Antrieb.»