Ein richtiger Mann verträgt was

Mehr als 60 Prozent der Alkoholiker sind Männer. Ein Mitglied der Anonymen Alkoholi­ker, Martin (Name geändert) sieht als einen der Gründe dafür: «Das männliche Trinkverhalten hängt stark mit dem in der Gesellschaft verankerten Männerbild zusam­men – ein richtiger Mann kann und soll etwas vertragen». Trink­fest, selbstbestimmt und risi­kofreudig sind Eigenschaf­ten, die nach wie vor für Männlichkeit und Stärke ste­hen.

Ein Ausdruck von Schwierigkeiten und Nöten

Der Mühlhof in Tübach ist ein spe­zialisiertes und modernes Zentrum für Alkohol und Medikamentenab­hängige. Die Anfänge des Zentrums, mit heute 23 Behandlungsplätzen, gehen bis aufs Jahr 1930 zurück. Auch hier wird aufgrund vermehr­ter Alkoholsucht bei Männern eine spezielle Gruppe geführt: «Männ­lichkeit und Sucht». Der Nationale Aktionstag Alkoholprobleme hat in diesem Jahr vor allem das Ziel, die Öffentlichkeit für die Besonderhei­ten des Alkoholkonsums bei Män­nern zu sensibilisieren. Auch der Mühlhof möchte auf diese The­matik aufmerksam machen. Alkoholismus (und andere Suchtkrankheiten) wür­den im Allgemeinen immer noch an­ders wahrgenom­men als andere Leiden, begrün­det Urs Thalmann, Leiter des Zentrums. Allzu oft würden Betroffene in ihrer Not hinter der Sucht nicht gesehen und ernst genommen und vorschnell für ihr Verhalten ver­urteilt. «Aber, für uns im Zentrum ist Alkoholabhängigkeit in erster Linie ein Ausdruck von persönli­chen Schwierigkeiten und Nöten», erklärt Thalmann.

«Als Mann wollte ich nicht nein sagen»

Dass mehr Männer als Frauen eine Alkoholsucht entwickeln, hat ver­schiedenste Gründe. Rollenbild der Gesellschaft, das Beweisen der Männlichkeit … Ulrich (Name geändert) war viel mit Freunden unterwegs. Er suchte nicht den Rausch, trank aber immer ein Glas mit. Alkohol war zu Hause für ihn jederzeit verfügbar. «Auf Reisen oder beim Segeln gehörte eine gute Flasche Wein stets dazu. Als Mann wollte ich nicht nein sa­gen », erzählt der 51jährige. Beruf­liche Herausforderungen und das stete Trinken setzten ihm zu. Ir­gendwann war er einfach nur noch müde. Auch Sandro (Name geän­dert) sagt: «Es gab so viele Gele­genheiten zum Trinken, ich war immer dabei und hatte unglaub­lichen Spass». Irgendwann wuchs ihm alles über den Kopf. Bei den anfänglichen Feierabendräuschen blieb es nicht. Unfälle und Prob­leme aufgrund des Alkohols ver­ursachten immer mehr Schwie­rigkeiten in Sandros Leben. Dann begann er eine Therapie in einer Klinik und ist heute noch in ambu­lanter Behandlung.

Geschlechterspezifische Behandlung im Vordergrund

Das Zentrum Mühlhof setzt bei sei­nen Behandlungen gegen die Sucht auf geschlechtergetrennte Thera­pieelemente, um darauf eingehen zu können, warum ein Mensch viel trinkt und dabei auch die Unter­schiede bei Männern und Frauen zu beachten. Auch die Arbeitsago­gik, wo die Patienten bei der Arbeit in den Werkstätten, in der Gärtne­rei oder im Hausdienst professio­nell angeleitet und begleitet wer­den, ist ein wichtiges Therapieele­ment, um Betroffenen zu helfen, wieder mit regelmässiger Arbeit und dem Alltag ohne Alkohol um­zugehen.

Für Interessierte und Betroffene

Um der Öffentlichkeit einen Ein­blick in die Arbeit und das Angebot des Mühlhofs zu geben und viel­leicht betroffene Männer direkt an­zusprechen, veranstaltet das Zen­trum am 19. November einen In­formationsabend, bei dem unter andrem ein Film gezeigt wird, der sich speziell mit dem Alkoholismus eines Mannes beschäftigt. Der Info­abend beginnt um 18.30. Mehr In­formationen erhalten Sie auf der Homepage www.muehlhof.ch.

Ein richtiger Mann verträgt was

Mehr als 60 Prozent der Alkoholiker sind Männer. Ein Mitglied der Anonymen Alkoholi­ker, Martin (Name geändert) sieht als einen der Gründe dafür: «Das männliche Trinkverhalten hängt stark mit dem in der Gesellschaft verankerten Männerbild zusam­men – ein richtiger Mann kann und soll etwas vertragen». Trink­fest, selbstbestimmt und risi­kofreudig sind Eigenschaf­ten, die nach wie vor für Männlichkeit und Stärke ste­hen.

Ein Ausdruck von Schwierigkeiten und Nöten

Der Mühlhof in Tübach ist ein spe­zialisiertes und modernes Zentrum für Alkohol und Medikamentenab­hängige. Die Anfänge des Zentrums, mit heute 23 Behandlungsplätzen, gehen bis aufs Jahr 1930 zurück. Auch hier wird aufgrund vermehr­ter Alkoholsucht bei Männern eine spezielle Gruppe geführt: «Männ­lichkeit und Sucht». Der Nationale Aktionstag Alkoholprobleme hat in diesem Jahr vor allem das Ziel, die Öffentlichkeit für die Besonderhei­ten des Alkoholkonsums bei Män­nern zu sensibilisieren. Auch der Mühlhof möchte auf diese The­matik aufmerksam machen. Alkoholismus (und andere Suchtkrankheiten) wür­den im Allgemeinen immer noch an­ders wahrgenom­men als andere Leiden, begrün­det Urs Thalmann, Leiter des Zentrums. Allzu oft würden Betroffene in ihrer Not hinter der Sucht nicht gesehen und ernst genommen und vorschnell für ihr Verhalten ver­urteilt. «Aber, für uns im Zentrum ist Alkoholabhängigkeit in erster Linie ein Ausdruck von persönli­chen Schwierigkeiten und Nöten», erklärt Thalmann.

«Als Mann wollte ich nicht nein sagen»

Dass mehr Männer als Frauen eine Alkoholsucht entwickeln, hat ver­schiedenste Gründe. Rollenbild der Gesellschaft, das Beweisen der Männlichkeit … Ulrich (Name geändert) war viel mit Freunden unterwegs. Er suchte nicht den Rausch, trank aber immer ein Glas mit. Alkohol war zu Hause für ihn jederzeit verfügbar. «Auf Reisen oder beim Segeln gehörte eine gute Flasche Wein stets dazu. Als Mann wollte ich nicht nein sa­gen », erzählt der 51jährige. Beruf­liche Herausforderungen und das stete Trinken setzten ihm zu. Ir­gendwann war er einfach nur noch müde. Auch Sandro (Name geän­dert) sagt: «Es gab so viele Gele­genheiten zum Trinken, ich war immer dabei und hatte unglaub­lichen Spass». Irgendwann wuchs ihm alles über den Kopf. Bei den anfänglichen Feierabendräuschen blieb es nicht. Unfälle und Prob­leme aufgrund des Alkohols ver­ursachten immer mehr Schwie­rigkeiten in Sandros Leben. Dann begann er eine Therapie in einer Klinik und ist heute noch in ambu­lanter Behandlung.

Geschlechterspezifische Behandlung im Vordergrund

Das Zentrum Mühlhof setzt bei sei­nen Behandlungen gegen die Sucht auf geschlechtergetrennte Thera­pieelemente, um darauf eingehen zu können, warum ein Mensch viel trinkt und dabei auch die Unter­schiede bei Männern und Frauen zu beachten. Auch die Arbeitsago­gik, wo die Patienten bei der Arbeit in den Werkstätten, in der Gärtne­rei oder im Hausdienst professio­nell angeleitet und begleitet wer­den, ist ein wichtiges Therapieele­ment, um Betroffenen zu helfen, wieder mit regelmässiger Arbeit und dem Alltag ohne Alkohol um­zugehen.

Für Interessierte und Betroffene

Um der Öffentlichkeit einen Ein­blick in die Arbeit und das Angebot des Mühlhofs zu geben und viel­leicht betroffene Männer direkt an­zusprechen, veranstaltet das Zen­trum am 19. November einen In­formationsabend, bei dem unter andrem ein Film gezeigt wird, der sich speziell mit dem Alkoholismus eines Mannes beschäftigt. Der Info­abend beginnt um 18.30. Mehr In­formationen erhalten Sie auf der Homepage www.muehlhof.ch.