Ein aktiver Country-Fan

Johnny Imperatore (69), bekannterweise einer der überzeugendsten Country-Fans der Region, wuchs in Italien auf, kam jung in die Schweiz, wurde Schreiner und war in angesehenen Rorschacher Firmen tätig. Er engagierte sich jahrzehntelang in der Feuerwehr, im Samariterverein und bei den Schützen.
Nordamerikanische Folklore
Seine besondere Aufmerksamkeit aber gehört seit langem der Country-Musik, den Wildwest-Filmen, einfach allem, was zur Folklore Nordamerikas gehört. Besonders gerne hört sich Johnny Imperatore klassische Countries oder schöne Blues-Songs an. Selbstverständlich für ihn ist, dass er schon mehrmals in die Staaten gereist ist, dort auch die berühmten Western-Saloons besuchte und sich im Lasso-Werfen übte. Daran wird er sich wieder erinnern, wenn er mit dem Gold River Country-Club eine Vereinsreise nach Passau unternimmt. In der Nähe der grossen Stadt wird ein spezielles Country-Dorf besucht.
Selbst hat Johnny Imperatore nie ein Musikinstrument spielen gelernt. Er trat aber jahrelang aktiv in einer Line-Dance-Gruppe auf. Beim Line-Dance bewegt man sich nicht paarweise, sondern in langen Reihen zu den Takten der Musik.
Mitgründer der Gold Rivers
Vor über zwanzig Jahren gründete Johnny Imperatore mit andern Fans aus der Region Rorschach/Thurgau den Gold River-Country-Club mit Sitz in Tübach. Seit acht Jahren wirkt er als dessen Präsident. Zusammen besuchen die Mitglieder Country-Konzerte in der ganzen Schweiz und im benachbarten Ausland, hören sich bei den einmal wöchentlich stattfindenden Höcks in der «Sonne» in Tübach die Tonträger neuer Gruppen an und tauschen sich dann über die Schweizer Country-Szene aus. Wichtig ist auch die Kontaktpflege mit andern dem gleichen Hobby verpflichteten Gruppen. «Gerne helfen wir an solchen Festen etwa mit unsern Fähnlein und anderen Mitteln zur Tisch- und Raumdekoration aus und betreuen an Country-Nächten anderer Clubs etwa die Küche oder den Service. Die Bedürfnisse nach Essen und Trinken sind ja überall etwa die gleichen», sagt Johnny Imperatore. Zum alljährlichen Höhepunkt aber wird die eigene Country-Night, welche nach verschiedenen Versuchen anderswo seit langer Zeit immer im Frühherbst in der Mehrzweckhalle Tübach stattfindet.
Besucher von nah und fern
Die Country-Fans finden sich beispielsweise im örtlichen Männerchor und in der Musikgesellschaft Tübach-Horn, kommen aber auch aus der ganzen weiten Region nach Tübach. Ob am vereinseigenen Festival, ob an auswärtigen Anlässen, nie komme es an Treffen der Country-Fans zu Scherereien, weiss Johnny Imperatore. Dieser selbst erlebt Countries auch für sich immer wieder als Mittel zur Beruhigung, beispielsweise dann, wenn es bei den Vorbereitungen der Country-Night hin und wieder etwas stressig wird. Auch seine Gattin hat Spass an nordamerikanischer Folklore, obwohl sie dem Club nicht angehört.
Countries vom Feinsten
Am Samstag wurden die Vorbereitungen zum neuesten Grossanlass des Gold River Country-Clubs belohnt: Die Fans, welche teilweise in Hemd, Hose und Jacke aus dem typischen Jeansstoff erschienen, dazu Cowboy-Hüte trugen, liessen die spezielle Western-Stimmung auch fürs Auge deutlich erscheinen.
Die Whisky-Rivers aus dem Rheintal waren schon vor zwanzig Jahren für die zweite Country-Night des Gold River Country Clubs verpflichtet worden und dabei positiv aufgefallen. Sie enttäuschten auch diesmal die in sie gesetzten hohen Erwartungen nicht, verwöhnten mit den rockigen und bluesigen Songs der 60er- und 70er-Jahre sowie mit lüpfigen Banjo-Duellen, einfach mit «Countries vom Feinsten», wie ein zu Recht Zuhörer feststellte.
In den Line-Dance eingeführt
Zwischendurch liessen sich Dutzende unter der Bühne von Fans durch Tanzlehrer Heinz Fischer von den «Neon Cowboy»-Line-Dancers in den für uns ungewohnten Reihentanz einführen. Sie hatten, wie ein Blick auf die riesige Tanzgruppe zeigte, deutlich Spass daran, auch wenn sie später wieder zur Tradition des individuellen Paar-Tanzes zurück wechselten.