Ein Blick hinters Mühlerad

Sieben Tonnen wiegt das stählerne Mühlerad der Aachmühle. Mit einem Durchmesser von über drei Metern ist es eines der grössten in der Schweiz. Bis in die 1970er-Jahre lieferte es Strom aus Wasserkraft und trieb so die Mühlsteine der früheren Getreide- und Futtermühle an, versorgte sie mit Licht und bewegte einen Lift. Dann stand das über 100 Jahre alte Mühlerad still, das Kanalbett zur Mühle wurde zugeschüttet. Seit 2007 dreht sich das Rad nach einer aufwendigen Revision wieder.
Dabei wurde die Antriebswelle verlängert und ein Generator angeschlossen, so dass die Mühle heute rund 15 Haushaltungen mit Strom versorgt. Dereinst sollen es 30 werden.

Fotoausstellung und Führungen
Mehr über die Geschichte der Aachmühle und ihren Betrieb erfahren Interessierte diesen Samstag, 15. Mai, aus einer Fotoausstellung. Anlässlich des 10. Schweizer Mühlentages (siehe Kasten) steht die Aachmühle erstmals zur Besichtigung offen.

Ab 10 Uhr finden Führungen statt und können Ausfahrten zur Wasserfassung mit der Ponykutsche unternommen werden; diese werden jedoch nur bei gutem Wetter angeboten. Daneben lädt eine Festwirtschaft zum Verweilen ein. Der Zugang zur Aachmühle ist ausgeschildert. Wer mit dem Postauto kommt, steigt bei der Haltestelle Aachmühle aus. Parkplätze stehen beim Mühlhof und bei der Mehrzweckhalle zur Verfügung.

300 Liter pro Sekunde
Angetrieben wird das Mühlerad mit Wasser aus der Goldach. Es fliesst durch einen Kanal von der Bruggmühle in Goldach zur Aachmühle. Ein Teil des Wassers, das über das Mühlerad strömt, fliesst anschliessend in einem Gewölbe unter der Mühle hindurch und mündet 400 Meter unterhalb des Weilers wieder in die Goldach. Der andere Teil fliesst durch einen Kanal parallel zur Goldach bei Horn in den Bodensee. In Betrieb ist die Aachmühle, solange die Goldach genügend Wasser führt.

«Zwar dreht sich das Mühlerad schon mit einer kleinen Menge Wasser; um wirksam Strom zu produzieren, müssen aber 300 Liter pro Sekunde über das Rad strömen. Das entspricht zwei Badewannen pro Sekunde», erklärt Ernst Locher, Leiter der Technischen Betriebe Tübach. Diese sind für die Stromproduktion verantwortlich. Die Mühle selbst gehört Christoph Lehner. Auf ihn ist auch die Wassernutzungskonzession eingetragen.

Damit künftig mehr Haushalte mit Strom von der Aachmühle versorgt werden können, muss unterhalb des Mühlerads Kies ausgehoben werden. «Derzeit streift es bei einer gewissen Wassermenge die Wasseroberfläche. Das bremst», sagt Ernst Locher. Das bedeute viel Arbeit, müsse das Kies wohl Kübelweise herausgeholt werden.