Echt familienfreundlich

Die Erziehung von Kindern immer mehr ausserhalb der Familie verlagern, das ist in den Augen von Judith Goldinger keine gute Entwicklung. Zusammen mit drei ihrer Schwestern stört sie sich an diesen Tendenzen in der Familienpolitik vieler Parteien. «Unsere will all jenen eine Plattform bieten, die meinen, die Familien sollen so unterstützt werden, dass sie ihre Kinder selber betreuen können», sagt die Romanshornerin. In ihr reifte deshalb die Idee, eine Interessengemeinschaft zu gründen.

Gerne Hausfrau und Mutter sein
Der vierfachen Mutter ist bewusst, dass es viele Familien gibt, die auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen sind und deshalb ihre Kinder fremd betreuen lassen müssen. Argumentiert werde auch oft, dass Krippen gut seien für die soziale Entwicklung von Kindern. «Sicher lernen Kinder soziales Verhalten in einer Krippe, aber man kann ihnen auch gut soziale Kontakte ermöglichen, indem Familien mehr zusammenspannen und dadurch das soziale Netz unter Erwachsenen intakter wird.»

Ein Forum für Gleichgesinnte
Familienfreundlich heisst für die «IG familiefründlich», dass Kinder einen Platz zu Hause haben, dass sich Eltern der Verantwortung der Kindererziehung stellen. «Zeit ist das Wertvollste, was wir unseren Kindern geben können.» Familienfreundlich heisse aber auch, dass die Eltern vom Staat unterstützt würden, dass es ihnen möglich sei, selber für ihre Kinder zu sorgen. «Dafür braucht es mehr Teilzeit-Arbeitsplätze und einen Mindestlohn, der es erlaubt, mit einem Lohn die Familie zu ernähren», wirbt die IG. Ebenso spricht sie sich für mehr Arbeitsteilung in der Kindererziehung aus – «auch Männer sind fähig, Kinder zu erziehen und den Haushalt zu führen. Arbeitsteilung kann die Lösung sein.» Hausfrau oder Hausmann solle als Beruf anerkannt und wertgeschätzt werden, wünschen sich die Initiantinnen. In ihren Augen müsste das möglich sein durch eine Erhöhung der Kinderzulagen anstelle der Subventionen für ausserfamiliäre Institutionen. Folglich müssten die Eltern ausserfamiliäre Kinderbetreuungen zu 100 Prozent selber finanzieren. Eltern hätten ein Recht, ihre Kinder selber zu erziehen, daher sollten ausserfamiliäre Institutionen nicht zur Regel oder gar obligatorisch werden, so das Credo der IG.

«Wir möchten in unserer IG vorläufig nicht politisch Einfluss nehmen, sondern ein Forum bieten für jene, die ähnlich denken», sagt Judith Goldinger. Neben ihr laden auch Helene Dokter, Conny Durot und Priska Nyffenegger ein, sich der IG als Sympathisanten anzuschliessen; diese Frauen sind Schwestern – sie haben insgesamt 15 Kinder.

Einladung zur Versammlung
Die Initiantinnen der «IG familiefründlich» laden alle an die erste Versammlung ein. Diese findet statt am Dienstag, 10. Juni, um 20 Uhr im «Landhaus» in Tübach.

www.familiefründlich.ch