Dorf soll moderat wachsen

Der Gemeinderat ist bestrebt, die Bevölkerung frühzeitig an der Revision der aus dem Jahre 1994 stammenden Ortsplanung Anteil nehmen zu lassen, bevor alles fixfertig vorliegt. Darum lud er auf Dienstagabend zur Erläuterung der weiteren räumlichen Entwicklung des Dorfes ein. Weit über hundert interessierte Personen erschienen dazu in der «Arche», wo neben Gemeindepräsident Michael Götte auch Ortsplaner Thomas Eigenmann und Gartenarchitektin Regula Hodel orientierten. Einzelne Bürger setzten sich ebenfalls engagiert für ihre Anliegen ein.

Bis 1500 Einwohner
Thomas Eigenmann wies auf die Entwicklung der letzten zwölf Jahre hin, in welchen die Bevölkerung um 103 Personen angewachsen ist, was einer Bevölkerungszunahme um 0,98 Prozent pro Jahr auf heute 1173 Einwohner entspricht. Die Revision sieht vor, dass die für mindestens zehn Jahre geltende Ortsplanung im Sinne einer massvollen Siedlungsentwicklung eine Bevölkerungsentwicklung bis 1500 Einwohner ermöglicht.

Das erhältliche Bauland innerhalb der Wohnzone beträgt heute noch 5852 Quadratmeter, welchem ein Baulandverbrauch von 10 190 Quadratmetern in den letzten fünfzehn Jahren gegenübersteht. Für die gemischte Nutzung besteht eine Reserve von 10 393 Quadratmetern und der Verbrauch lag hier bei 11 512 Quadratmetern. Das zur Verfügung stehende Bauland reicht für die angestrebte Entwicklung also nicht aus, weshalb gewisse Ein- und Umzonungen nötig sind.

Gebaut werden soll zur Hauptsache im Gebiet Hermet, für welches bereits eine Überbauungsstudie erlassen wurde. Von den Umzonungen in die Wohnzone sind sechs weitere kleinere Parzellen betroffen.

Saxholz trotz Nein einzonen?
In der Diskussion mahnte ein Bürger die versprochene moderate Entwicklung von Tübach an, um die hohe Wohnqualität zu erhalten. Er argumentierte, wo mehr Bauland angeboten werde, werde auch mehr gebaut. Dem Votum, das zu Zurückhaltung mahnte, stand die Bitte gegenüber, auch jungen Einwohnern das Bauen im Dorf ihrer Heimat zu ermöglichen.

Beanstandet wurde die Absicht, einen kleinen Teil des Gebietes Saxholz einzuzonen, obwohl vor vier Jahren die Saxholz-Einzonung per Referendum erfolgreich bekämpft worden war.

Sporthotel beunruhigt
Für einige Beunruhigung sorgte die Idee von privaten Investoren für ein Sporthotel in der Kellen. Dazu wird in der zweiten Hälfte Juni zu einer speziellen Orientierungsversammlung eingeladen, nachdem Gemeindepräsident Michael Götte jetzt noch nichts weiteres verraten konnte.

Dem Dorfstil entsprechend
Schliesslich sprach Gartenarchitektin Regula Hodel von Hodel-Architekten in Wetzikon als Gewinnerin des Wettbewerbes «Tübach – wir gestalten unsere Zukunft» überzeugend über den Bebauungsplan im Gebiet Hermet. Was hier in den nächsten Jahren an 26 Bauparzellen entstehen soll, entspricht dem Gestaltungs-Stil des Dorfes und soll mit diesem eine Einheit bilden, ohne die Freiheit der Bauherrn allzu gross einzuschränken.