Die perfekte Form suchen

Jahrelang hat die Tübacher Künstlerin Rosmarie Ender mit Ton gearbeitet. Ihn geformt, bearbeitet, gebrannt. Doch mit dem Brennofen ist sie an Grenzen gestossen. «Ich wollte grösser arbeiten», meint sie. Eine Möglichkeit, grosse Objekte zu brennen, hat sie aber weder in Tübach noch sonstwo in der Schweiz. Zudem sei Ton ein unbefriedigendes Material, was die Haltbarkeit anbelangt. Er sei den Einflüssen des Wetters ausgesetzt und nicht frostsicher. So hat sie neue Wege gesucht, neue künstlerische Strategien entwickelt. Heute arbeitet sie mit Holz, Gips und Beton. In Zürich absolviert sie derzeit bei einem Steinbildhauer eine Ausbildung in Stein- und Formgiessen. Ihr Traum ist es, einmal einen Bronzeguss herzustellen.

Hin zu abstrakten Objekten
Neue Wege geht Rosmarie Ender auch bei ihren Motiven. Ihre Arbeit mit den Wechseljahrfrauen hat sie abgeschlossen, ihre künstlerische Entwicklung führt sie von ihnen weg hin zu abstrakten Objekten. «Ich suche die perfekte Form», sagt sie. Diese will sie weiterführen, immer anders darstellen. Es ist die Suche nach ihrer eigenen, nach einer neuen Form. Entstehen soll sie aus zwei Schalen, die sie dreht und wendet und immer wieder anders zusammenfügt. Stehend stellen sie etwa eine Familie dar, liegend könnten sie zu einer Bank oder einem Brunnen werden. Rosmarie Ender will zudem weg vom Kleinen hin zum Grossen. «Das Kleine ist für mich ausgereizt. Meine Werke sind für draussen gedacht», sagt sie. Am liebsten würde sie einmal eine Dorfgestaltung übernehmen.

Der Drang zum Schaffen
Es ist diese Suche nach der perfekten Form, die sie antreibt. «Der Drang zum Schaffen, sie ist in meinem Kopf, ich muss sie machen», sagt sie. Eine Auswahl ihrer Werke zeigt sie ab morgen Freitag in und um das Gemeindehaus und das Seniorama in Tübach.

Vernissage: Fr, 4. Mai, 19 Uhr, Gemeindehaus Tübach. Ausstellung: täglich zu den gewohnten Öffnungszeiten. Finissage: 15. Juni.