Die Zukunft Tübachs bestimmen

Der Dorfkern in Tübach – von der Mehrzweckhalle bis zum Restaurant Sonne – soll neu und zukunftsgerichtet gestaltet werden. Die Bürgerversammlung im vergangenen März bewilligte 70 000 Franken für die Ausarbeitung eines Vorprojekts. Zwei konkrete Vorlagen resultierten daraus, über die nun abgestimmt wird: die Sanierung der Fassaden der Mehrzweckhalle sowie des Schulhauses. «Gerne würden wir ein fixfertiges Projekt für die gesamte Gestaltung des Dorfkerns präsentieren. Für 70 000 Franken war dies leider nicht zu haben», sagt Gemeindepräsident Michael Götte.

Werterhaltende Sanierung
Aufgrund von Abnützung, Witterung und Luftverschmutzung befinden sich die Fassaden der Mehrzweckhalle und des Schulhauses in einem schlechten Zustand. Vorgesehen ist, die Fassaden zu reinigen, mit Algizid zu behandeln und Risse und Schäden zu reparieren. Ebenfalls behandelt werden Fenster, Tore und Türen. Der Gemeinderat beantragt der Bürgerschaft dafür für die Mehrzweckhalle einen Kredit von 160 000 Franken. Darin enthalten sind der Kauf von neuen Küchengeräten und einer Waschstrasse sowie der Einbau zusätzlicher Rüstflächen und Ablagen.

Um die Arbeiten am Schulhaus ungehindert ausführen zu können, wird das Vordach abgebrochen. Zudem sollen die Rollläden auf der Ost- und der Südseite ersetzt, die restlichen überholt werden. Auch der Eingangsbereich auf der Westseite wird saniert. «Wir möchten, dass das Schulhaus nächstes Jahr, wenn wir sein 100-jähriges Bestehen feiern, in neuem Glanz erstrahlt», sagt Götte. Kostenpunkt: 202 000 Franken.

Wettbewerb für Gestaltung
Entscheiden wird die Bürgerschaft am 24. Oktober weiter über einen Kredit von 100 000 Franken für einen Studienauftrag für die weitere Gestaltung des Dorfkerns und die künftige Entwicklung Tübachs. Ziel ist es, eine Gesamtschau zu erhalten, wie einzelne Vorhaben (siehe Kasten) umgesetzt werden können. «Wie kann beispielsweise die Mehrzweckhalle umgebaut werden, um den Vereinen langfristig Räume zur Verfügung stellen zu können? Wir haben eine gute Infrastruktur, aber keine überzähligen Räume», sagt Götte. Oder wie gross soll ein Erweiterungsbau am Schulhaus sein, wo die nächsten Seniorenwohnungen gebaut werden? «Wir wollen möglichst viele gute Ideen sammeln, was nur mit einem Wettbewerb möglich ist.»

Stimmen die Tübacher dem Kredit zu, wird eine Jury mit Vertretern aus der Bevölkerung, aus der Behörde und mit Fachleuten gebildet. Sie formuliert den Studienauftrag im Detail aus. Bis im Frühjahr 2007 werden Teams aus Architekten, Raumplanern und Landschaftsarchitekten konkrete Vorschläge ausarbeiten. Das Siegerprojekt wird der nächsten Bürgerversammlung vorgelegt.

Wenig Zeit für ein umfangreiches Projekt. «Es ist wichtig, Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Gewisse Projekte müssen wir parat haben», sagt Götte. Im nächsten Jahr erneuere der Abwasserverband Morgental den Kanal in der Bach- und Kirchstrasse. «Wir müssen wissen, wie wir den Strassenraum dort gestalten wollen. Es macht keinen Sinn, später die Strasse ein zweites Mal aufzureissen», begründet Götte. «Wir wollen viel in kurzer Zeit», ist er sich bewusst. «Aber wir wollen uns bewegen.»