Didgeridoos und Biogemüse

Seit 1997 findet zwischen Behördenmitgliedern der Gemeinden Goldach, Tübach, Horn und Steinach jedes Jahr ein Gedankenaustausch statt, der nicht nur dem gemütlichen Beisammensein dient, sondern auch einen informativen oder kreativen Teil beinhaltet. Dieses Jahr war der Anlass auch ein gegenseitiges Kennenlernen, zumal vor allem in Steinach etliche Gemeinderäte neu im Amt sind.
Nicht mehr verstecken
Gastgebergemeinde war Tübach, wo ein Rundgang im Mühlhof, dem Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation, auf dem Programm stand. Früher seien der Mühlhof und seine Bewohner vom Dorf und von der Bevölkerung abgeschottet worden, erzählte Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach und Vorsitzender des Mühlhof-Stiftungsrates. «Doch heute wollen wir uns nicht mehr verstecken.»
Nach einem alkoholfreien Begrüssungsapéro wurden die Besucher von der stellvertretenden Zentrumsleiterin Isabella Strecke durch die Räumlichkeiten geführt. Der Frauenanteil im Mühlhof beträgt im Schnitt zwanzig Prozent. Im Mühlhof müssen sie sich klaren Regeln unterordnen und lernen, sich suchtfrei wieder in die Gesellschaft einzuordnen. Dies gelingt laut Isabella Strecke rund einem Drittel.
Holzwerkstatt und Garten
Die Mitarbeit in Metall- und Holzwerkstatt, Küche, Wäscherei, Hausdienst und Garten ist Teil der Therapie. Holzwerkstattleiter Daniel Leiser erzählte aus dem Arbeitsalltag mit den Suchtkranken. Angefertigt werden vor allem Didgeridoos. Durch die Gewächshäuser führte Bruno Ambühl, der die Klienten seit 1985 in der Gartenarbeit anleitet. Gemüse aus dem Mühlhof wird nach biologischen Richtlinien angebaut und kann täglich von 8 bis 11.30 Uhr vor Ort gekauft werden. Beliefert werden auch der Stadtladen St. Gallen sowie der Dorfladen in Trogen.