Das Leben im Alter planen

Die Tübacher Bevölkerung zeigt sich am Zusammenleben der Generationen im Dorf interessiert. Das bewies der zahlreiche Aufmarsch zum Vortrag im Anschluss an die Generalversammlung der Genossenschaft «Wohnen im Alter». Für dieses Interesse und das vorausschauende Planen durch die Behörden fand lic. phil. Sara Kurmann Meyer Lob. Die Politologin ist Projektleiterin am Institut für Soziale Arbeit in St. Gallen und stellte aktuelle Ansätze zur Unterstützung älterer Menschen vor. Sie tat es unter dem Titel «Daheim statt ins Heim», ohne bestehende Altersheime anzugreifen.
Wünsche sind verschieden
Mit der höheren Lebenserwartung nimmt der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung zu. Dazu kommt, dass die Bedürfnisse der sich vermehrt individualisierenden Senioren unterschiedlich sind. Doch die Mehrheit von ihnen wünscht, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. Wie kann die Gemeinschaft diese Möglichkeit unterstützen? Sie tut es mit hindernisfreiem Bauen, seniorengerechter Gestaltung des Umfeldes und des öffentlichen Verkehrs. Bei einer in Basel durchgeführten Umfrage wünschten ältere Menschen hauptsächlich, dass Bänkli gebaut werden.
Gegen soziale Isolation
Zur Entlastung pflegender Angehöriger müssten Tages- und Ferienplätze und die Spitex ausgebaut werden. Möglichkeiten, in Heimen zu essen und weitere Serviceangebote werden gerne genutzt. Um der sozialen Isolation alleinstehender älterer Menschen vorzubeugen, sind die Kontaktangebote von Kirchen, Vereinen zu fördern. Manchmal sind Kontakte zu knüpfen, wo Privatpersonen gegen Bezahlung Unterstützung beim Einkaufen, Spazieren, Begleitung zum Kinobesuch oder Konzert offerieren.
Sara Kurmann Meyer ermutigte die Gemeinden, durch Umfragen Angehörige der älteren Generation in ihre Planung einzubeziehen. Alle aber rief sie auf, sich frühzeitig Gedanken zur Gestaltung des Lebens im Alter zu machen und sich darauf vorzubereiten.