Bald ist Tübach gebaut

«Das Dorf zum Geniessen.» Mit diesen Worten preist Gemeindepräsident Michael Götte sein Dorf an. Und weiter: «Mitten im Grünen und gleichzeitig nah am Puls der Stadt St. Gallen ist die Gemeinde Tübach in der Bodensee-Region gut eingebettet.» Schön eingebettet in die Landschaft ist auch das Gebiet Hermet, hinter dem Gemeindehaus, am Dorfrand. Dort sind in den vergangenen Monaten Einfamilienhäuser entstanden. Sind Familien eingezogen. Und dort soll noch mehr Wohnraum entstehen. Sollen sich noch mehr Familien niederlassen. Ist das ganze Gebiet überbaut, sind alle Häuser bewohnt, so wird gemäss Aussage von Götte die Bevölkerung um etwa 100 Personen gewachsen sein.
Nicht teuer, nicht billig
Doch noch ist es nicht so weit. Noch muss die Gemeinde die letzten zehn Parzellen verkaufen. Parzellen in der Grösse zwischen 520 und 1560 Quadratmetern. Zwischen 490 und 700 Franken kostet ein Quadratmeter Bauland. Nicht billig, aber auch nicht exorbitant teuer. «Eine Gewinnmaximierung stand nie im Vordergrund», sagt Götte und fügt an: «Wir wollten aber auch keine Dumpingpreise.»
Götte ist zuversichtlich, auch für diese Parzellen Käufer zu finden. Dieser Tage erhalten etwa 230 potenzielle Interessierte Post von der Gemeinde. Bis Ende März haben sie Zeit, sich zu überlegen, ob sie in Tübach bauen wollen. Im April werde der Gemeinderat die Vergaben vornehmen. Dabei werden in erster Linie Familien oder Personen, die einen engeren Bezug zu Tübach haben und die noch kein Eigenheim besitzen, berücksichtigt. In zweiter Linie kommen Personen zum Zuge, die in Tübach bereits Grundeigentum besitzen, aber einen Ersatz für ein selbstbewohntes Eigenheim möchten.
«Die Idee ist, noch vor den Sommerferien die ersten Verschreibungen abzuwickeln», sagt Michael Götte. So könnte in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bau der ersten Häuser auf den letzten Parzellen im Gebiet Hermet begonnen werden. In diesem Zusammenhang erwähnt Michael Götte auch, dass mit dem Hausbau innert zwei Jahren nach Abschluss des Kaufvertrages begonnen werden muss und das Bauland nicht weiter veräussert werden darf.
Verbindliche Vorgaben
Im Hermet können sich also zehn Bauherren den Wunsch nach den eigenen vier Wänden erfüllen. Dabei müssen sie aber einige Vorschriften beachten. Denn der Überbauungsplan Hermet, seit Ende 2010 rechtskräftig, enthält verbindliche Vorgaben. Zum Beispiel, dass das Hauptdach als Satteldach ausgestaltet werden muss und die Dacheindeckung mit Tonziegeln in Rot-Brauntönen zu erfolgen hat. Die Vorschriften sollen dazu beitragen, dass ein lebenswertes Quartier entsteht, heisst es in den Unterlagen zur Überbauung. Und weiter: «Die Aussicht vom Plateau unterhalb des Klosters St. Scholastika auf Dorf und See darf nicht beeinträchtigt werden.»
Bauland wird rar
Ist das Gebiet Hermet überbaut, gibt es in Tübach noch ein einziges grösseres Baugrundstück, die Dorfwiese hinter der Kirche. Sie ist seit etwa 15 Jahren Bauland und im Eigentum einer Erbengemeinschaft. Für die Überbauung dieses 12 000 Quadratmeter grossen Areals sei bereits ein Wettbewerb durchgeführt worden, sagt Michael Götte. Und fügt an: «Ist auch dieses Land überbaut, ist Tübach gebaut.» Denn es gebe quasi kein Bauland mehr. Mit einem Blick in die Zukunft sagt er noch, nun gelte es das Resultat der Abstimmung vom 3. März über die Änderung des Raumplanungsgesetzes abzuwarten.