Alterswohnen in der Dorfidylle

Das Tübacher Konzept «Wohnen im Alter» wird auf Genossenschaftsbasis durchgeführt. Dadurch sei die Gemeinde weder für das Bauen noch für die Verwaltung der Alterswohnungen verantwortlich, klärte Gemeindepräsident Michael Götte auf, der zugleich auch Vorstandspräsident der Genossenschaft ist.
Die beiden Blöcke mit den Alterswohnungen sind in die Überbauung Hermet integriert. Auch jenes Projekt habe mit der Gemeinde nichts zu tun, sondern werde privat realisiert, sagte Götte. Bis zum 1. Dezember sollten alle Mieter in die insgesamt zwölf Wohnungen eingezogen sein.
Hell und geräumig
Dicht gedrängt stehen Besucher vor den Eingängen der beiden Blöcke mit je sechs Wohnungen. Beim Betreten der Gebäude fällt sofort die Helligkeit auf. Dazu tragen auch die breiten Fensterfronten bei, die Blicke Richtung Kirche und östliches Dorf sowie auf den Dorfkern von Tübach erlauben. Eine 75jährige Besucherin bewegt sich interessiert durch die einzelnen Wohnungen. «Ich wohne im Josefsheim und werde da wohl auch bleiben.» Dennoch würden ihr die neuen Wohnungen gefallen. Vor allem die vielen Kästen in Küche und Wohnung imponieren ihr, sagt sie. Während die meisten Besucher die vielen Fenster loben, äussert sich die Rentnerin vom Josefsheim darüber eher etwas skeptisch.
Nahtlos ans Dorfzentrum gefügt
Auffallend bei der Betrachtung von aussen ist, wie sich die Alterswohnungen und die Überbauung Hermet nahtlos an das bestehende Dorf anfügen. Tübach werde zwar mit den Bauten mehr Einwohner bekommen, sagt Michael Götte. «Aber das Tübacher Gesicht wird durch die ganze Überbauung erhalten. Das streben wir an.» Hermet und die Alterswohnungen sollen kein Fremdkörper werden, sondern in das bestehende Ortsbild eingebettet werden. Die ganze Überbauung soll eine Erweiterung Tübachs darstellen; alle Häuser werden mit Giebeldächern erstellt.
Breites Interesse
Dass das Besucherinteresse am Samstag beim Tag der offenen Tür derart gross war, überraschte selbst Vorstandspräsident Götte. «Wir haben hundert Bratwürste bestellt, doch die waren sofort vergriffen», lachte er. Besonders erstaunlich ist das grosse Interesse, weil sämtliche zwölf Wohnungen in den Grössen von zweieinhalb und dreieinhalb Zimmern bereits belegt sind. Dennoch habe er praktisch vier Generationen Besucher am Besuchstag getroffen, meinte Götte. Bisher seien siebzig Genossenschafter registriert.
Von den zwölf Wohnungen werden zwei von jüngeren Mietern belegt. Einer der ersten einziehenden Mieter wird Franz Koller sein. «Ich freue mich auf die neue Wohnung, und ich glaube, meine Frau auch», sagte er beim Rundgang lachend.