3000 Höhenmeter mit 61 Jahren

Der Tübacher Kurt Plachel liebt Mountainbike-Etappenrennen. Gestern startete er mit Teampartner Guido Rüthemann für das Bischibike-Team zum sechstägigen Swiss Epic im Wallis. Mit 61 Jahren ist Plachel der älteste Teilnehmer.

TAGBLATT / Caroline Doka

Kurt Plachel ist ein Routinier. Einerseits im Mountainbike-Sport, wo er seit den Anfängen dabei ist, andererseits auch in den Rennen, von denen er schon einige bestritten hat. Die Trans Schwarzwald und das Dolomiti Superbike gehören zum Repertoire, er gewinnt dort regelmässig in seiner Kategorie. Vergangenes Jahr nahm er am Cape Epic in Südafrika teil, dem härtesten Mountainbike-Etappenrennen der Welt. Inzwischen bekam das Cape Epic ein Pendant in der Schweiz: Das Swiss Epic im Wallis. Mit sechs Etappen, 400 Kilometern und 15 000 Höhenmetern ist es mindestens so herausfordernd. Logisch, dass dieses Rennen Plachel reizt. So hat er sich einen Teampartner gesucht und startete gestern mit dem fünf Jahre jüngeren Guido Rüthemann aus Mosnang in Verbier.

«Ich habe gestaunt»

Mit 61 Jahren ist Plachel der älteste Teilnehmer. «Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich das hörte», sagt er. «Es gibt wahrscheinlich nicht viele, die so stark fahren wie wir in unserem Alter. In meiner Altersklasse habe ich wenig Gegner.» Seine Stärke kommt nicht von ungefähr. Plachel bereitet sich seriös vor, so auch auf den Saisonhöhepunkt Swiss Epic. Das Gebiet Rorschacherberg-Appenzell liegt vor seiner Haustür und ist sein Trainingsgelände. Im Wallis war er noch nie, hat sich auch die Rennstrecke nicht angesehen. «Nicht nötig», so Plachel, «das Terrain ist wohl etwas rauher und verblockter als bei uns, aber das kenne ich von diversen Rennen». Der Mann ist nicht aus der Ruhe zu bringen. Kein Wunder. Plachel treibt Sport seit seinem 13. Lebensjahr. Er fährt Rennvelo, geht Skifahren, und seit 25 Jahren widmet er sich auch dem Mountainbike-Sport, am liebsten auf langen Strecken in der Disziplin Marathon. Am Swiss Epic kann er diese Stärke voll ausspielen. Dass es pro Tag mit 3000 Höhenmetern rund 1000 mehr sein werden als am Cape Epic, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. «Das schaffen Guido und ich auch noch.»

Herantasten, dann Gas geben

Gedankenlos gehen Plachel und Rüthemann jedoch nicht ins Rennen, im Gegenteil. «In den ersten zwei Tagen tasten wir uns heran. Wenn wir dann noch genug Power haben, können wir auf den letzten Etappen immer noch Gas geben. So sollte es für einen Platz im ersten Drittel reichen», sagt Plachel.

Posted in: