100 Jahre Schulhaus Hermet

Bis zum Bezug des Neubaus im Hermet musste sich die Schule nebst dem Arbeitsschullokal mit einem einzigen Zimmer im alten Schulhaus an der Kirchstrasse 8 begnügen. Der Platz reichte längst nicht mehr aus. Die Schulbehörde musste handeln: Sie bestellte eine Baukommission. Im Juni 1906 stimmten die Schulbürger dem Projekt des Rorschacher Architekten Johann Staerkle zu. Sein Entwurf mit drei bis vier grossen Lehrsälen und zwei Lehrerwohnungen galt damals als modern. «Es ist erstaunlich, dass das kleine Tübach vor hundert Jahren ein so grosses Schulhaus gebaut hat. Das war eine zukunftsorientierte Investition», sagt der heutige Schulpräsident Bruno Gschwend.

Ein Fest zum Einzug gefordert
1907 war das neue Schulhaus Hermet fertig. Geplant war, den Einzug «in festlicher und sinniger Weise» zu begehen. Wie es laut einer Meldung im Ostschweizerischen Wochenblatt vom 12. November 1907 die Schulgemeinde beschlossen hatte. Doch dann machte ein Gerücht die Runde, dass der Schulrat von einem Fest absehen wollte. Das passte mehreren Bürgern nicht, sie schrieben ans Wochenblatt: «Es ist bezeichnend für die Schulbehörde, dass sie . . . von einer Eröffnung in angedeutetem Sinne nichts wissen wollte und so den peinlichen Eindruck provozierte, als ob sie den Eltern und Kindern dieses zeitgemässe Festchen missgönnte.» Sie drohten gar, dass falls ein solches ausbleiben sollte, «eine grössere Anzahl Bürger ihre Rechte zu verteidigen wissen wird.» Leider ist aus den nachfolgenden Wochenblatt-Ausgaben nicht zu erfahren, ob ein Fest gefeiert wurde.

Ganztägiges Fest
100 Jahre später wird bestimmt eines gefeiert, am 23. Juni. Um das Jubiläum würdig zu begehen, hat eine Arbeitsgruppe ein ganztägiges Fest geplant. Am Vormittag findet der offizielle Teil statt mit Festansprachen und Darbietungen von den Schülerinnen und Schülern. Am Mittag können sich die Gäste an verschiedenen Ständen und Festwirtschaften verpflegen. Der Nachmittag steht dann unter dem Motto «Spass und Spiel». Bauchredner Kliby tritt mit seiner Caroline auf, im Schulhaus findet eine Ausstellung zum Thema «Schule gestern-heute-morgen» statt, und vor dem Schulhaus warten Spiele und ein Parcours auf die Kinder. «Wir wollen ein Programm bieten, dass Jung und Alt anspricht. Doch der Nachmittag ist vor allem für die Kinder gedacht», sagt Bruno Gschwend.

Am Abend wird weitergefeiert. Die Hobbyköche tischen in der Turnhalle ein festliches Menü auf und nach einem Showblock tritt die St. Galler Band Red Cube auf. «Der Anlass bietet auch einen idealen Rahmen für eine Klassenzusammenkunft», sagt Bruno Gschwend. Er hofft, dass sich so viele Jahrgänge zum Jubiläum in Tübach einfinden werden.